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Frühlingsblume

Furchtbar hell war es am Morgen auf dem Weg ins Büro. Der Schnee, zum Glück war nachts kein Neuschnee hinzugekommen, streute das morgendliche Tageslicht. Stapfend und verärgert über nicht geräumte Fußwege bahnte ich mir meinen Weg. Doch was ist das? Hellblaue, blendende Flecken leuchten dort oben. Da, wo sonst und nun schon monatelang graue Wolken zu sehen waren, ist ein unbekanntes oder vergessenes Naturphänomen deutlich zu erkennen. Wird die Welt von UFOs aus dem All angegriffen? Soll uns die Farbe nur irritieren, damit sie unseren Planeten kapern können? „Nein! Alles nur Quatsch mit Soße! Daran glauben wir nicht!“ Stutzig geworden, stand dann plötzlich eine Frage im Raum. „Sieht so Himmel aus?“ Ja! Das ist des Rätsels Lösung. Sie kam ganz langsam und träge, wie eingefroren hoch aus den untersten und dunkelsten Tiefen der Erinnerung. Damals war es, als noch kein Winter das Wetter machte. Damals lag die Welt unter einer himmelblauen Himmelskuppel. Es war eine schöne Zeit! Ich besitze sogar noch Fotos aus dieser Zeit.

Experten haben es sofort bemerkt. Dies war jetzt ein ganz klein wenig übertrieben. Aber vom Gefühl her ist die Situation richtig getroffen. An diesem Tag fühlte sich der Büroalltag wie altbackenes Brot an. Wie schön wäre es, mit der Knipse in der Hand durch die Landschaft zu pilgern. Nebenbei hätte frische Frühlingsluft den Büromief aus der Lunge heraus geblasen.

Er gibt Hoffnung in diesem Winter. Er ist nämlich ein getarnter Frühling! Unter der dicken Schneeschicht versteckt sich Frühlingshaftes. Ich habe es nicht nur gesehen, ich habe es ehrfürchtig bewundert und fotografiert! Es ist nicht so langweilig weiß bis grau. Es ist farbig. Es ist kein Irrtum der Natur, kein Einzelfall. Bei genauem Hinsehen findet man den Frühling an vielen Stellen.