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Schloss Molsdorf

Gestern haben wir uns auf den Weg hierher nach Molsdorf aufgemacht. Heute sind wir angekommen. Es ist kein weiter Weg, wenig Verkehr ist auf der schmalen Straße. Der Ort liegt fast in einer Sackgasse. Zumindest kommt es uns so vor. Mitten im Ort ist ein großer Parkplatz. Ein geschmiedetes, eisernes Tor lädt uns ein. Gelb leuchtet Schloss Molsdorf. Der Besuch des Museums ist, wie bereits erwähnt, zu empfehlen. Es macht wirklich Spaß, die Geschichten des Museumsführers anzuhören. Mein Gott, was hat von Gotter hier nur alles angestellt! Aber ohne ihn sähe es hier heute ganz anders aus. Nach einem Käffchen in der Gaststätte begeben wir uns auf einen gemütlichen Spaziergang.

Ein Flüsschen schlängelt sich durch den Schlosspark. Es mündet in einen kleinen, künstlich angelegten See. Ein Schwan, Enten und Blesshühner schwimmen auf dem Wasser und lassen sich die Entengrütze schmecken. Barocke Skulpturen stehen an den Wegen und beobachten Besucher wie Enten.

Der Blick auf das Autobahnkreuz von A4 und A71 lässt die anmutige Stimmung im Park kurzzeitig vergessen. Wie lange steht die ICE-Brücke, die über das Autobahnkreuz führt, eigentlich schon hier? Ich schätze mal ganz großzügig, dass es zehn Jahre sind. Wahrscheinlich sind es mehr. Wann endlich rast der erste ICE gen Nürnberg oder Leipzig? Der Park ist erstaunlich gut von den Geräuschen der beiden Autobahnen abgeschirmt. Im oberen Teil kullern Kastanien vom Vorjahr über den Weg, bleiben an den zutage getretenen Wurzeln der Bäume hängen. Zwischen den kahlen Bäumen scheint immer wieder das Schloss gelblich leuchtend hindurch. Wir verlassen kurz den Park um die direkt daneben stehende barocke Schlosskirche St. Trinitatis anzuschauen.

Der Rundgang ist beendet. Wir stehen wieder am Schloss und resümieren. Hier also hat von Gotter seine Liebsten ausgeführt. Hat er sich dazu den Segen in der Kirche geholt? Auf jeden Fall hat er auf seine Kosten anno damals die Orgel vergrößern lassen. Da kann ihm natürlich bis heute niemand böse sein. Es war eine spannende Zeit ohne Fernseher, Internet und mit Pferdekutschen. Zumindest für die, die es sich leisten konnten, war es eine schöne Zeit. Die anderen haben gehofft, einen Auftrag oder eine Einladung von von Gotter zu erhalten. Der Lohn war etwas Geld oder … Die Entwicklung der Bevölkerungszahl ging bis zur letzte Jahrtausendwende, auch ohne von Gotter, bergauf. Es ist ein lustiges Völkchen, diese Molsdorfer!

Und wohin führt uns morgen unsere Reise? Der heutige Tag war recht anstrengend. Wir werden nicht weit kommen. Aber mich plagt schon wieder das Fernweh, das richtige Fernweh! Mal sehen, was sich da machen lässt.