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Blauplosion

Blauplosion

Was passiert, wenn in einer Bank zu viele Euros liegen?

Wenn nichts passiert, dann freuen sich die Banker ein Loch in den Bauch und werden reich, steinreich.

Manchmal kommt ein Ganove angeschlichen und versucht, die Bank um ein paar ihrer Moneten zu erleichtern. Bei kleinen Sparkassen- oder Bankfilialen soll das ja schon funktioniert haben. Allerdings war der Lohn, wenn diese Ganoven dann erwischt und abgeurteilt wurden, eher gering. Umgerechnet auf einen Stundenlohn lagen sie dann sicher im einstelligen Cent-Bereich. Natürlich nur vorausgesetzt, sie hatten ihre Beute gut versteckt und vor Gericht die Klappe gehalten. Da ist selbst ehrliche Arbeit lukrativer.

Eine andere Möglichkeit des Geldabflusses ist die EU. Wie wir am Beispiel Zypern gerade sehen, kennt die EU kein pardon. Aus dem Bauch heraus und alle Vorurteile gegen das zypriotische Bankensystem bedienend würde ich sagen, „Geschieht den russischen Zockern ganz Recht!“ Na ja, damit tut man sicher manchem Zyprioten Unrecht. Außerdem soll es ja auch ehrliche Russen geben. Aber warum haben die ihre Rubel nach Zypern gebracht? Und wie immer können die normalen Menschen überhaupt nichts dafür. Sie werden von ihrer Regierung ständig nur an der Nase herum geführt und müssen diese versalzene Suppe auslöffeln. Das kommt mir bekannt vor. Woher kenne ich das eigentlich?

Die dritte Möglichkeit ist mehr fiktiv und virtuell. Sie hat ihren Namen schon oben in der Überschrift stehen. Ja, so eine Blauplosion ist etwas sehr gefährliches. Da fliegen Massen an blauem Licht explosionsartig durch den Äther. Aber der unmittelbare Beobachter bekommt davon gar nichts mit. Zum Glück kann man dieses Ereignis fotografisch dokumentieren. Die Blauplosion funktioniert aber nur bei blauen Banken. In Frankfurt steht solch ein Teil. Abends bis um 22 Uhr wird diese am Main stehende Bank königsblau beleuchtet. Sie ist damit natürlich nicht zu übersehen. Wahrscheinlich war dies der Hintergedanke, den die Marketer dieser Bank bei der Farbauswahl für das Fassadenlicht hatten.

Den Zünder für diese Blauplosion hatte ich in der Hand. Er wurde bei einer bekannten japanischen Firma hergestellt. Er ist nicht mehr ganz neu, aber schon oft erfolgreich angewendet worden. Weitere Hilfsmittel waren ein Stativ, eine ausreichend lange Belichtungszeit, mein rechter Zeigefinger zum Auslösen der Blauplosion und meine linke Hand zum Drehen am Zoomring des Objektivs. Weil es so schön war, habe ich das gleich ein paar Mal hintereinander ausprobiert. Bei dieser fotografischen Technik benötigt man in der Regel etliche Versuche, bis man das Bild ordentlich im Kasten hat. Man nennt diese Technik Zoomburst. Manche sagen auch ZoonIn dazu. Um korrekt zu sein, müsste man auch den Namen ZoomOut erlauben. Vor allem auch deshalb, weil man meistens aus dem Motiv heraus zoomt. Also heißt der neue Slogan ‚Zoomburst – Zoom in and zoom out’. Der Klang kommt mir irgendwie bekannt vor.

Ich versichere an Eides statt, dass weder Euro noch Cent dieser Bank, sowie diese selbst und ihr blaues Licht bei meiner Aktion in Mitleidenschaft gezogen wurden. Aber wenn die Banker mit mir fifty-fifty machen wollen, …