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Shakespeare

Shakespeare

Weimar hat viele bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht. Nun ja, nicht alle sind dort geboren worden. Goethe stammt aus Frankfurt, Schiller aus Marbach am Neckar, Herder aus Mohrungen (heute Polen), Wieland aus Biberach an der Riß, … Diese Personen kennt heute fast Jeder. Meistens denkt man sofort an Weimar.

Bei William Shakespeare, getauft 1564 in Statfort-upon-Avon, der Geburtstag, wahrscheinlich in demselben Jahr, ist nicht bekannt, denkt man eher nicht an Weimar. Aber in Weimar hat die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft seit 1864 ihren Sitz. Und wahrscheinlich hat die das Aufstellen des Shakespeare-Denkmals im Ilmpark mit zu verantworten.

Das Shakespeare-Denkmal ist recht unbekannt. Das ist sehr schade. Alle Weimar-Besucher stehen vor dem Deutschen Nationaltheater und verharren ehrfürchtig vor Goethe und Schiller. Vielleicht pilgern sie noch zur Herderkirche. Aber Shakespeare in Weimar? Das geht ja nun überhaupt nicht. Das ist regelrecht abwegig. Will der Kerl unseren großen Goethe und Schiller etwa Konkurrenz machen?

Doch, das geht sehr gut. Von Konkurrenz kann man bei Goethe und Schiller kaum reden. An Shakespeare reichen sie kaum heran. Na gut, bis zum Hosenknopf reicht es allemal. Kann man die überhaupt miteinander vergleichen? Man sollte es nicht tun. Jeder ist für sich und seine Zeit genommen und erst recht für heute echt okay!

Aber dieses Shakespeare-Denkmal: Das ist um Äonen besser als alle anderen Denkmale in Weimar und näherer und weiterer Umgebung, so ungefähr bis zum Alpha Centauri oder so. Ich finde das so Klasse! Es widerspiegelt den literarischen Geist von Shakespeare. Man fühlt sich mit ihm verbunden, auf Augenhöhe. Er ist kein höheres Wesen. Er ist lebendig, ein Schlawiner. Seine Werke sind ja auch sehr lebendig. Sie sind lustig, ernst, tragisch. Sie sind spannend, historisch und machen süchtig.

Macbeth in meiner Schulzeit, das war einfach nur schrecklich. Ich war geheilt, von Shakespeare. Der Zufall und Freunde führten mich ins Deutsche Theater zum Sturm mit Dieter Mann als Ariel – unübertroffen. Das war der Beginn einer großen, suchtartigen Liebe zwischen Shakespeare und mir.