Schlagwörter

, , , , ,

Godafoss

Godafoss

Góðan daginn, Island!

Alleine beim Wort Island wird der Kenner nervös und überlegt, ob der Akku im Fotoapparat aufgeladen ist, … wann der nächste Flieger gen Nordwest startet.

Island, das ist Natur pur, das sind Naturgewalten, Vulkane, Gletscher, Flüsse, wundervolle, naturbelassene, unendliche Landschaften, saubere Luft, Schafe, Islandpferde, Mistwetter, … Kein Windrad, Kohlekraftwerk oder Atomreaktor stört das Bild, egal, wo man auf Island steht. Energiemangel ist trotzdem ein Fremdwort.

Das Mistwetter ist meistens feucht oder flockig und vor allem stürmisch. Und nachdem es sich über Island entladen hat, muss es ja irgendwann, irgendwo mal hin. Manches liegt erst einmal für ein- bis zweitausend Jahre als Gletscher in der Gegend herum. Aber dann hat es sich bis zum Gletscherrand durchgekämpft und läuft als Bach, Fluss, Gletscherlauf in Richtung Rand der Insel, also zum Atlantik. Auf seinem Weg dorthin passiert es immer mal wieder kleinere oder größere Wasserfälle.

Wasserfälle sind typisch für Island. Kein Besucher darf die Insel wieder verlassen, ohne nicht wenigstens einen Wasserfall bestaunt zu haben. Aber mit dieser Regel gab es noch nie Probleme. Es gibt genügend Wasserfälle für alle Islandbesucher. Zur Not werden sie zum Gullfoss, dem goldenen Wasserfall, gelotst. Den haben die Trolle extra für die Touris hingestellt, damit es an den anderen Wasserfällen nicht zu große Staus gibt. Aber das ist meine ganz persönliche Theorie.

Der Godafoss – der göttliche Wasserfall – liegt im Nordosten der Insel. Es ist bei Weitem nicht der größte oder wasserreichste Wasserfall Islands. Aber er ist wegen seiner Schönheit beeindruckend. Man kommt bis ans Wasser heran, kann ihm unmittelbar zuschauen, die Kraft hören, spüren und riechen. Stundenlang möchte man zuschauen, wie das Wasser in die Tiefe stürzt, die Gischt schäumt und ein Regenbogen seine Brücke spannt. Letzteres passiert natürlich nur bei Sonnenschein. Wie man auf dem Foto sieht, gibt es den auf Island auch.

2012 war ein für Island untypisch sonniger, warmer Sommer. Die Besucher hat es gefreut. Fast unendlich lange Tage, viel Sonnenschein und immerhin ab und zu gar zwanzig Grad Lufttemperatur. Da fühlt man sich wohl. Die Isländer nannten das Wetter in ihrer bildhaften Sprache Mallorcasommerwetterkatastrophe. Nach mehreren Wochen gab es Probleme mit der Wasserversorgung. Das kann man sich bei Island eigentlich überhaupt nicht vorstellen. Zum Glück kam anschließend wieder das echt isländische Mistwetter mit waagerechtem Regen.