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Schlüsselblume

Schlüsselblume

Vor wenigen Tagen wurde hier über die Burg Gleichen berichtet. Sie gehört zum Ensemble der Drei Gleichen, drei Burgen, die alle irgendwie denen von Gleichen gehört haben. Zwei dieser Burgen sind Ruinen. Wenn sie nicht wegen Bauarbeiten geschlossen sind, kann man sie auch besichtigen, was sich durchaus lohnt. Vereine kümmern sich um die Bauwerke, pflegen und vermitteln die Geschichte. Lediglich die Wachsenburg ist baulich erhalten. Ein Tagungshotel wartet auf Besucher. So ein Burghotel hat sicherlich ein ganz besonderes Ambiente. Unterhalb der Wachsenburg in der Ortschaft Holzhausen befindet sich das Thüringer Bratwurstmuseum. Hoffentlich sind die angebotenen Bratwürste frisch und nicht längst museumsreif. Na ja, man muss sicher nicht über jede einzelne Wurscht ein Museum eröffnen. Aber Thüringer Bratwürste, ich meine echte Thüringer Bratwürste, sind schon etwas ganz besonders Leckeres. Ich will ja die Nürnberger Bratwürste nicht schlecht machen, aber wenn ich nach einem Dutzend nicht satt bin, dann machen die Franken irgendetwas falsch. Bei Thüringer Bratwürsten passiert einem so etwas nicht. Nach der Zweiten ist erst einmal Schluss, Aus, Sense. Da passt nichts mehr rein ins kullerrunde Bäuchlein.

In Holzhausen ist auch das Geburtshaus von Otto Knöpfer, einem Thüringer Naturmaler. Von ihm wurde hier bereits im Zusammenhang mit Schloss Molsdorf und den Fahnerschen Höhen berichtet.

In der Dunkelheit werden die Burgen mit Scheinwerfern angestrahlt und bilden weit sichtbare, markante Punkte in der Landschaft. Wenn man die Autobahn A4 entlang fährt, geht der Blick unwillkürlich zu den Burgen hin. Die Mühlburg, oberhalb des Ortes Mühlberg steht genau gegenüber der Burg Gleichen. Sie hat eine interessante, einprägsame Silhouette. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dort oben steht ein Elefant.

Ein Wanderweg verbindet die drei Burgen miteinander. Trotz der Aufstiege auf die Burgberge, die eher größeren Hügeln gleichen, stufe ich ihn maximal in die Kategorie mittelschwer ein. Echte Wanderfreaks würden diesen Wanderweg nicht einmal als solchen wahrnehmen. Allerdings braucht man als Fotograf schon einen ganze Weile, um diesen Weg zu bewältigen. Alleine am nördlichen Ende, der Burg Gleichen, hat man im Frühling stundenlang zu tun, die Frühjahrsblüher zu fotografieren. Nachdem ich am 22. April das Frühlings-Adonisröschen gezeigt habe, kommen heute ein paar andere Frühlingsboten vom Hang des Burgberges der Burg Gleichen zum Zuge.

Die Schlüsselblume ist nicht der allererste Frühlingsblüher. Sie ist der Schlüssel zum Erfolg des Frühlings. Wenn sie blüht, dann weiß man, dass es nun endlich und unwiderruflich Frühling ist. Selbst wenn der Winter noch einmal mit ein paar Krümeln Schnee werfen sollte, er ist von der Sonne endgültig besiegt worden. Seine letzten Eskapaden sind höchstens noch als kleinkindliche Trotzreaktionen einzustufen. Ein ernster Gesichtsausdruck in Verbindung mit einem kleinen, wohlgemeinten Klaps auf den Po genügt und alles ist wieder in Ordnung. Die Welt strahlt in den herrlichsten Farben.

Auf den allerersten Blick sehen die Veilchen wie kleine Stiefmütterchen aus. Der letzte Satz versetzt Botaniker sicher in Schockstarre. Sorry, ich habe meinen Naturführer nicht griffbereit. Ohne ihn, bin ich ein botanischer Depp. In Blau- und Weißtönen habe ich sie gesehen, die Veilchen, nicht die Botaniker. Die Blütenrispen des Hohlen Lerchensporns stehen tausendfach unter den Bäumen und Sträuchern. Viele kleine, zarte Lippenblüten leuchten in den Frühlingstag. Solange noch genügend Licht auf den Waldboden fällt, schmücken sie unseren Wald. Ebenso die Anemonen und vielen anderen Frühlingsblumen. Aber es dauert nicht lange und sie werden überwuchert. Bald spenden die Blätter an den Bäumen dauerhaft Schatten. Der Frühling geht nahtlos in den Frühsommer über.

Liebe Gärtner – ich kenne ein paar ganz Besondere dieser Spezies – es ist ja so toll, wie ihr euch in eurem Garten abmüht, von morgens bis abends quält, damit es und ganz besonders er, also euer Garten, schön aussieht. Aber gegen die Natur habt ihr nicht den Hauch einer Chance. Trotzdem, macht weiter so. Und wenn dann irgendwann die roten Johannisbeeren reif sind, komme ich auch zum Ernten. Vanillepudding mit gezuckerten Johannisbeeren – einfach lecker!