Schlagwörter

, , , , , , ,

Frankfurter Schirn - Lichtinstallation

Frankfurter Schirn – Lichtinstallation

Alle zwei Jahre im April findet im Rhein-Main-Gebiet parallel zu einer internationalen Lampenmesse die Luminale, ein Festival des Lichts, statt. In diesem Jahr ist leider zappenduster. Wir müssen noch bis 2014 warten. Dann haben wir wieder ein Luminalejahr.

Ich verfolge die Luminale seit 2006. Verfolgen ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich bin in der Luminalewoche jeden Abend bis weit nach Mitternacht unterwegs um die Highlights fotografisch festzuhalten oder irgendwelche der vielen Veranstaltungen zu besuchen.

Tendenziell ist es wie mit allem, was gut ist. Mit der Zeit und den Jahren nehmen Qualität und Angebote deutlich ab. Das ist der typische Sättigungseffekt. Wird irgendwer oder irgendetwas auch nur einmal ein klein wenig gelobt, dann wird sich auf den Lorbeeren ausgeruht und es beginnt ein schlafähnlicher Rauschzustand. Besonders schlimm wird es bei der heute so beliebten Selbstbeweihräucherung. Dieser Qualm ist absolutes Gift, hochtoxisch. Und es kam mit den Jahren, genau so wie es kommen musste. Immer mehr kommerzielle Anbieter versuchen auf den Zug aufzuspringen. Und mehr billige Lichtshows werben um Betrachter. Im letzten Jahr (2012) haben fast 20 Galerien in Frankfurt und Offenbach gleichzeitig, das heißt auf die Minute genau die Vernissagen für ihre Ausstellungen veranstaltet. Ist das nicht beknackt! Und der Bezug zum Licht war häufig nur mit etwas Fantasie zu erraten. Aber dafür war der Luminale-Veranstaltungsplan wieder knackvoll. Es war also eine richtig knackige Luminale.

Sehr interessante Installationen sind zu bewundern. Auch wenn es deutlich weniger werden. Es ist schon erstaunlich, was man so alles mit Licht anfangen und gestalten kann. Und auch, wie viel Fantasie und Arbeit in so manchen Installationen, Veranstaltungen und Präsentationen steckt.

Heute beginne ich mit Bildern meiner ersten Luminale. Die war, wie erwähnt, im Jahr 2006. Damals habe ich noch mit einer 3,1 MPixel-Kompaktkamera von Kodak fotografiert. Es ging gut, was man sich heute kaum noch vorstellen kann. Ja, das Rauschen im Pixelwald ist speziell bei den Nachtaufnahmen nicht zu übersehen.

Die Stimmung war hervorragend. Tausende Menschen waren bis weit nach Mitternacht auf den Beinen. Überall gab es etwas zu sehen. Luminalebusse tourten durch die Stadt und in die Nachbarstadt und chauffierten Besucher zwischen den Locations hin und her.

Frankfurt Hauptbahnhof - Lichtdach über der Stadt

Frankfurt Hauptbahnhof – Lichtdach über der Stadt

Besonders gerne erinnere ich mich an eine Hochhausführung in Frankfurt und eine Architektenführung in einem gerade fertig gestellten, hypermodernen Gebäude in der Taunusanlage. Das war wirklich sehr spannend. Man denkt, solch ein Gebäude ist quadratisch, praktisch, Stahl, Beton und Glas. Aber da gibt es Unterschiede. Und dann kommt noch das, was sich die Architekten so gedacht haben, hinzu. Weil die soviel denken, verdienen die auch so viel. Außerdem sehen die Häuser durch das Architektendenken auch alle etwas unterschiedlich aus. Bis auf die erste und letzte Etage. Die eine ist immer ganz unten, die andere ist ganz weit oben. Aber alleine dieses weit oben unterscheidet sich von Hochhaus zu Hochhaus.

Ich war vor einer Weile mal bei einer deutschen Bank hier in Frankfurt. Die haben ihre Hochhäuser, ziemlich eckige und schnörkellose Türme, was ja nichts Schlechtes ist, kürzlich gründlich rekonstruiert. So eine Bank hat eben viel Geld. Der Volksmund nennt diese Spiegelpaläste Soll und Haben. Der ganze Kram, der da drinnen war, kam raus. Damit hätte man angeblich das Commerzbankstadion in Frankfurt 15 Meter hoch auffüllen können. Es wäre um das schöne Stadion, das nach einer anderen deutschen Bank benannt ist, schade gewesen. Vielleicht hätte es auch Komplikationen zwischen den beiden Banken gegeben. Aber soweit ist es nicht gekommen. Als der Klimbim aus den Hochhäusern endlich raus war, wurde innen alles neu gebaut. Natürlich bekam die ganze Chose einen lindgrünen Anstrich. Jetzt nennen sie ihre Türme großkotzig Green Towers und verbrauchen weniger Energie als der Rest der Menschheit oder so. Ja, die Energiesparkonzepte sind wirklich nicht schlecht. Das muss ich neidlos anerkennen. Als Ingenieur fasziniert mich so etwas sehr. Ich frage mich allerdings immer, wie viel Energie nötig war, um das Ganze herzustellen und wie lange es dauert, bis unterm Strich, also in der Bankenbilanz, ein Plus an Energieeinsparung herauskommt.