Schlagwörter

, , , , ,

Leberblümchen

Leberblümchen

Wieso nennt man diese kleine, hübsche Frühlingsblume eigentlich Leberblümchen? Nichts an ihr erinnert auch nur im Entferntesten an Leber. Oder hat ein Herr Leber diese Pflanze entdeckt? Das ist bestimmt schon lange her. Denn dieses Blümchen ist gar nicht so selten und war bestimmt schon den Ururmenschen bekannt. Also kommt Herr Leber für die Namensgebung in diesem Fall nicht infrage.

Damals waren die Männer auf die Jagd nach fetten Bären unterwegs. Sie haben sich nicht für Pflanzen interessiert. Sie waren zu Höherem, zur Jagd nach Tieren bestimmt. Es war unter ihrer Würde, Pflanzen als etwas anderes, als Deckung und Schutz bietendes Waldmobiliar zu akzeptieren. Erst recht interessierte sie solch ein kümmerlichres Etwas, wie ein Blümchen nicht im Geringsten. Sie nahmen es nicht einmal wahr.

Bestimmt war es eine Beerensammelnde Frau, die das Leberblümchen entdeckt hat. Aber was für Beeren gibt es denn in dieser Jahreszeit? Eigentlich sind keine Beeren zu finden. Ein paar vertrocknete, eingeschrumpelte, von den Singvögeln verschmähte Beeren lassen wir mal unter den zu damaliger Zeit noch nicht erfundenen Tisch fallen. Was haben die Frauen gesucht? Bestimmt war es Bärlauch, hinter dem sie her waren. So ein leckeres Bärlauchpesto auf Bärenschinken war schon damals etwas Feines. Und weil Bärenleber gerade Mal im Angebot war und noch dazu viele Mineralien enthält, haben die Ururmenschen natürlich auch die Leber aufgefuttert.

Leberblümchen

Leberblümchen

Beim Leberfuttern ist ein kleines Fitzelchen Leber auf den Moosteppich ihres Wohnwaldes gefallen und hätte beinahe ein noch namenloses Blümchen erschlagen. Wie aus einem Munde kam ein gieriger Schrei von allen Seiten „Leber!“. Schließlich wollte man kein noch so kleines Stückchen der wertvollen Nahrung verlieren. Sie wollten sich schon hungrig auf das kleine Stückchen Nahrung stürzen. Ein kleines, zartes, etwas ängstliches Mädchen schrie in diesem Moment aus Sorge um die kleine, blau blühende Kreatur lauthals und mit zarter, hoher Stimme „Blümchen!“. Sätze mit mehr als einem Wort waren in der damaligen Ururzeit noch nicht erfunden worden. Erschrocken erstarrten alle in diesem Moment. Es hatte sich so angehört, wie Leber-Blümchen. Das Mädchen streichelte die blaue Blüte und hob unter den Blicken ihrer Sippe langsam das kleine, blutige, rotbraune Fleischfitzelchen auf. Sie schob es sich genüsslich in den Mund. Man konnte fast sehen, wie ihre Kräfte, die Muckies wuchsen.

In diesem Moment waren zwei Dinge, die für die Menschheit ungemein bedeutend sind, geboren worden. Es waren der Name dieses jetzt nicht mehr namenlosen Blümchens und das erste Gen der Grünenbewegung. Alles, was die Grünen heute so veranstalten, Atomkraftwerke verabscheuen, Luftverschmutzung bekämpfen, Naturschutzgebiete beschützen, Bundesländer regieren, mit Angie schimpfen, die Weltmeere vor dem Verschmutzen schützen, … Alles geht irgendwie auf dieses kleine, zarte, etwas ängstliche Mädchen und ihr Leberblümchen zurück.

So muss das damals gewesen sein. Mir fällt einfach keine bessere und glaubwürdigere Erklärung für den Namen Leberblümchen ein.