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Zauneidechse

Zauneidechse

Ab und zu trifft man im Wald andere Leute. Manchmal bekommt man auch nette Bemerkungen zu hören. Besonders dann, wenn ich auf dem Bauch liege und mit dem Fotoapparat auf ein Blümchen ziele, komme ich mit Anderen irgendwie immer ins Gespräch. Letztens war es die allgemeine und spezielle Lage der Orchideenblüte in diesem Jahr. Es ist alles ein paar Wochen später. Dort wo die Orchideen sonst in Massen ihre Blüten zur Schau stellen, findet man jetzt nur vereinzelte Exemplare. Das Exemplar, vor dem ich lag, sollte natürlich auch von den Gesprächspartnern auf den Chip gebannt werden. Ich habe den Platz geräumt. Der Wald ist für alle da.

Mit meinem ganzen Fotokram bin ich nicht so schnell. Ehe ich das alles wieder ordentlich verstaut habe, sind die Anderen längst weitergegangen. Plötzlich winken sie und ich wundere mich. Sie winken noch einmal und ich bin mir sicher, dass das Gestikulieren mir gilt. Schnellen Schrittes folge ich ihnen. „Eine Eidechse!“ rufen sie mir etwas verhalten zu. Sofort bremse ich ab und setze meine Schritte behutsam, jedes Geräusch, jede noch so kleine Erschütterung vermeidend. Sie zeigen mir dann eine Eidechse. Es ist eine Zauneidechse. Die sitzt ganz nah am Weg, im Gebüsch. Seelenruhig, mit grinsendem Gesichtsausdruck blickt sie mich an. Ein wunderschönes Tier. Langsam nehme ich meinen Fotoapparat hoch und mache ein paar Fotos. Sie lässt sich nicht stören.

Auf den Bildern sieht die kleine, vielleicht zwölf oder fünfzehn Zentimeter lange Eidechse viel gewaltiger aus. Den Titel des Artikels habe ich nur aus Gründen des Marketings so gewählt. Wir kennen dies doch aus den Medien. Je reißerischer, blutrünstiger der Aufmacher ist, desto mehr Leser oder Zuschauer gibt es. Na da bin ich ja echt gespannt.