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Snæfellsnes

Snæfellsnes

Einleitung

Island ist ein ganz besonderes Land. Tief unten, weit unter der Oberfläche der Insel, ist

Eingang zum Mittelpunkt der Erde

Eingang zum Mittelpunkt der Erde

mächtig was los. Dort gibt es glühendes Gestein, Unmassen an Asche und gewaltige Naturkräfte. Das wartet alles nur darauf, uns bei Gelegenheit zu beehren. Und dann wohnen dort ganz merkwürdige Gestalten. Da ist es also ungefähr so, wie man sich die Hölle vorstellt. Zumindest könnte man dies im ersten Moment denken. Aber Jules Verne ist da mal hinunter geklettert. Auf der Halbinsel Snæfellsnes ist auf dem Vulkan Snæfellsjökull, der unter einem dicken Eisgletscher liegt, der Eingang zum Mittelpunkt der Erde. Wer wissen möchte, wie es da unten so aussieht, sollte einfach mal den Roman von Jules Verne lesen. Oder er klettert einfach mal dort hinunter.

Teil 1 – Vulkane

Wenn die genannten, geheimnisvollen Kräfte ins Wallen geraten, dann passiert auf Island etwas. Entweder es gibt ein Erdbeben oder es bricht ein Vulkan aus oder beides passiert gleichzeitig, nacheinander oder abwechselnd. Die Folgen dieser Ereignisse kann man überall auf der Insel beobachten. Die Vulkane, auch wenn sie gerade mal keine glühende Lava oder Asche spucken, sind weithin sichtbar. Zumindest sieht man die Gletscher, unter denen sie schlummern. Die Asche, die sie in den letzten Jahrtausenden gespuckt haben, findet man überall. Der Wind trägt sie bei Trockenheit fort, riesige Aschewüsten sind zu finden, das Eis der Gletscher trägt zebraartige Spuren, man könnte auch sagen Jahresringe von Asche. Bei einem Ausbruch, der des Grimsvötn war 2011 der letzte, wird die Asche kilometerweit in die Atmosphäre geschleudert und womöglich über tausende Kilometer transportiert. Wer erinnert sich nicht an 2010, als der E-15 den Luftverkehr in ganz Europa lahm gelegt hatte. E-15? So nennen Nicht-Isländer, die Angst davor haben, dass sich ihre Zunge verknotet, den Eyjafjallajökull, ein ‚E’ und irgendwelche 15 anderen Buchstaben.

1973 brach auf der Insel Heimaey ein Vulkan aus und hat große Teile der Stadt unter einer fast zehn Meter dicken Ascheschicht begraben. Etliche Häuser wurden von glühender Lava verschluckt. Zu Schaden kam niemand und heute steht der Ort wieder. Aber die Lavaschicht an den Hängen des Vulkans ist noch längst nicht vollständig abgekühlt. Was sind 40 Jahre im Vergleich zu den (nur) 20 Millionen, die Island existiert. Und meine Lieblingsvögel, die Puffins, auch Papageitaucher genannt, fühlen sich auf Heimaey pudelwohl.

Die mit einer dicken, fetten, superweichen und oft etwas feuchten oder klatschnassen Moosschicht bedeckten Lavafelder sind riesengroß. Ein Quadratkilometer ist dagegen ein Pups in der windigen Landschaft. Zähflüssige, sich träge bewegende und langsam erkaltende Lava hat diese skurrilen Felder aus poröser Masse geformt. Wenn die Lava ganz langsam, beispielsweise im Innern der Erde erkaltet, bilden sich die bekannten sechseckigen Basaltsäulen.

Interessante Naturerscheinungen sind die sogenannten Gletscherläufe. Wenn ein Vulkan unter einem Eisgletscher ausbricht, spuckt er seine Gaben hoch hinaus. Die glühende Lava fließt unter dem Gletscher entlang. Unten am Grund des Gletschers schmelzen derweil Unmengen an Eis. Die Hitze eines Vulkans ist unglaublich gewaltig. Irgendwann hält das umliegende Eis die Kraft der Wassermassen nicht mehr aus. Der Gletscher berstet und der Gletscherlauf nimmt seinen Weg zum Meer. Dabei wälzt er alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Zum Glück sind die Wege der Gletscherläufe längst bekannt. Lediglich Brücken werden heutzutage weggespült. Aber die sind hinterher wieder schnell errichtet. Isländische Brücken sind nicht so aufwändig, wie deutsche. Und man braucht dort auch nicht soviel Zeit für die Planung. Ich schätze, das Planen dauert so etwa ungefähr schätzungsweise höchstens dreieinhalb Minuten, eher weniger. Man baut die Brücken einfach wieder auf. Zwei Wochen später rollt der Verkehr. Zwischendurch, wenn der Höhepunkt des Gletscherlaufs vorüber ist, pendeln geländegängige Busse und LKW zwischen den Ufern. So einfach kann das sein.

Nicht alle Vulkane Islands sind heute noch aktiv. Manche sind bereits mehrere tausend Jahre nicht mehr ausgebrochen und werden als inaktiv bezeichnet. Aber bekanntlich ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste und erst Recht erloschener Vulkane. Einige erkennt man an einem Kratersee. Der Kerið ist solch ein Exemplar. Man kann oben bequem herum laufen und auch in den Krater absteigen. Unten ist eine interessante Akustik, die angeblich auch schon bei kleinen Konzerten zu bewundern war. Dabei aber immer lauschen, ob es du unten, ganz tief in Schlund des Kraters grummelt.

In ein paar Tagen erscheint Teil zwei unter dem Titel Erdspalten.