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Strandkörbe

Strandkörbe

Wer ist gerade mal nicht urlaubsreif? In Gedanken düsen wir heute alle schon einmal probeweise in den Urlaub. Die Einen zieht es in die Berge, Andere an die See, wieder Andere mögen es kulturell oder gar sportlich. Faullenzen am Meer ist nicht meine Welt. Das ist mir einfach zu langweilig.  Außerdem ist die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, groß. Ich brauche eine schöne, weite Landschaft, viel Natur und zur Abwechslung auch interessante Orte. Ein Massenauflauf an anderen Urlaubern ist eher störend. An die See zieht es mich im Frühjahr. Da ist die Luft klar, frisch und besonders gesund. Bei Strandspaziergängen stolpert man nicht ständig über Badenixen und Burgenbauer.

Die Ostseegemeinden leben von Urlaubern, gerne auch von den Faulenzern, den Sonnenanbetern, die stunden-, gar tagelang am Strand in der Sonne liegen. Damit sie etwas geschützt sind, sei es vor der Mittagssonne, dem ständigen leichten oder starken Seewind, ein paar Tröpfchen Regen oder dem Gequake von Nachbars Kindern, werden im Frühjahr viele Strandkörbe aufgestellt. Natürlich kommt hier der Ordnungssinn der Ostseebewohner zum Tragen. Schön in Reihe und Glied, wie dazumal bei der Volksarmee, werden die Körbe aufgestellt. Von Binz ist es nicht weit bis Prora und da haben sie das gelernt. Und gelernt ist eben gelernt. Oder ist das mehr der guten Erziehung von Mama und Papa geschuldet? Egal, Ordnung muss sein, zumindest am ersten Mai, wenn von ganz Mutigen, die auch die ganz Verrückten genannt werden, angebadet wird. Das Bild in der Kreiszeitung soll vom Ordnungssinn der Ostsee-Ureinwohner künden. Und damit niemand unberechtigt, vor allem ohne den nötigen Obolus abzuliefern, sein müdes Haupt in einem Strandkorb bettet, kommt ein hölzernes Gitter mit einem dicken Vorhängeschloss davor.

Strandkörbe

Strandkörbe

Wie lange bleibt diese Ordnung bestehen? Eine Woche oder länger? Spätestens bei der ersten Gluthitze ist sie ruiniert. Ordnung ist bekanntlich nur das halbe Leben. Und wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen. „Wo ist denn, verdammt noch mal, die Nummer 387a?“