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Tausendjähriges Eis

Tausendjähriges Eis

Über 30 Grad im Schatten! Das ist einfach zu viel. Wer soll das aushalten? Erst müssen wir ewig heizen und nun laufen die Kühlaggregate auf Hochtouren. Es ist kein Wunder, dass die Reserven an Energieträgern so schnell schrumpfen.

2013 ist ein verrücktes Jahr. Liegt das an der Dreizehn? Nein, das kann nicht sein, denn ich bin nicht abergläubisch. Erst schickt Petrus Schnee ohne Ende. Dann wird grauer Himmel zur Farbe des Jahres. Irgendwann musste er sich den Protesten beugen und hat zur Strafe und Abkühlung ein bisschen Regen geschickt. War es Absicht oder Dusseligkeit von ihm? Er hat sich ganz gewaltig in der Regenmenge vertan. Es war ein bisschen, ein bisschen viel zu viel. Um seinen Fehler wieder gut zu machen, lässt er die Sonne nun gnadenlos auf uns herunter knallen. Der scheint tatsächlich einen gewaltigen Knall zu haben, dieser Petrus. Ich warte nur noch darauf, dass es gewittermäßig knallt. Das bringt der Kerl auch noch fertig.

Zur Erfrischung zeige ich heute mal ein Stück Eis. Es ist weit über tausend Jahre alt und hat diese lange Zeit über im Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands geschlummert. In den letzten Jahren hatte es nach langer, beschwerlicher Reise den Rand des Gletschers erreicht. Der hat dann in die Gletscherlagune Jökulsárlón gekalbt. Dieser abgebrochene Eisberg ist noch ein paar Jahre in der Eislagune herum geschwommen und nach und nach geschmolzen. Im letzten Sommer hat der Rest endlich durch die schmale Verbindung zwischen Lagune und Atlantik hindurch gepasst. Wind, Ebbe und Flut haben das Eis an den schwarzen Strand gespült und ich habe mich dann daran erfrischt. Es schmeckt gut, dieses tausendjährige Eis. Es schmeckt wie … na sagen wir mal … wie reines, klares Wasser. Also ziemlich lecker. Es ist ein komisches Gefühl, solch altes Eis zu naschen. Vielleicht sind seine Eiskristalle genau in Jahr 870 als Schnee vom Himmel gefallen, als der erste Siedler,  Ingólfur Arnarson nach Island gekommen ist und die Pfosten seines Hochsitzes ins Meer geworfen hat? Was hat denn das nun wieder zu bedeuten?