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Rapunzelturm

Rapunzelturm

Anno dazumal muss es in Frankfurts näherer und weiterer Umgebung eine große Rapunzel-Dynastie gegeben haben. Nicht nur im Park des Liebig-Museums befindet sich ein Rapunzel-Turm, sondern auch mitten in der Stadt am Eschersheimer Tor. Ursprünglich hatte ich ja mal auf Zwillinge getippt. Aber so wie es sich nun darstellt, muss es eine Großfamilie mit vielen Rapunzelinen gewesen sein. Außer den erwähnten Rapunzel-Türmen gibt es in Frankfurt weitere solcher Bauwerke zu finden. Bestimmt hat in jedem dieser Türme eine bitterböse Hexe residiert und ihr persönliches Rapunzel gefangen gehalten. Irgendwann ist ein edler Rittersohn angeritten gekommen und hat rittlings in einem kühnen Ritterstreich sein Rapunzelprinzesschen befreit um es dann sogleich in tiefer Ritterliebe zu ehelichen.

Nach so viel Ritterlichkeit war es dann für die Grimms ein Leichtes, die berühmte Geschichte aufzuschreiben. Um die Leser nicht zu verwirren, haben sie sich auf jeweils eine Hexe, ein Rapunzel, einen heldenhaften Rittersohn und einen Rapunzelturm beschränkt. Das ist eben dichterische Freiheit. Die lebt auch von zuspitzenden, spannungsbildenden Vereinfachungen.