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Amsel beim Nestbau

Amsel beim Nestbau

Ich habe gerade mehrere Vogelfamilien als Untermieter. Ins Vogelhaus an der Satellitenschüssel ist doch noch ein Meisenpaar eingezogen. Die Jungen müssten eigentlich jeden Tag flügge werden. Auf jeden Fall sind die so etwas von verfressen, da halte nicht einmal ich mit. Allerdings esse ich auch keine fetten Maden. Und knapp zwei Meter tiefer hat am vorletzten Wochenende eine Starenmama ihr Nest gebaut. Wahrscheinlich für die zweite Brut. Ständig kam sie angesaust und hatte in ihrem Schnabel tonnenweise Nestbaumaterial. Sie ist dann in die Clematishecke an der Garagenwand gehüpft und hat das Nistmaterial einsortiert. Zwischendurch hat sie immer mal Maß genommen, ob alles passt. Dann ging es wieder los, die nächste Portion Baumaterial zu holen. Es scheint sie gar nicht zu stören, dass dort in der Nähe unser Briefkasten ist und der Weg zum Hauseingang direkt an der Garage entlang führt. Sie weiß wahrscheinlich, dass wir nette Leute sind.

Der Starenpapa musste derweil Konkurrenten abwehren. Offensichtlich hat er sich eine sehr attraktive und begehrte Frau ausgesucht. Der Andrang der Konkurrenz war beachtlich. Und wenn gerade kein Nebenbuhler vor Ort war, hat er fast ununterbrochen irgendwo ganz weit oben gesessen und fröhlich geträllert.

Nestbau und Nebenbuhler abwehren machen hungrig. Das kann man verstehen. Zum Glück gibt es viele Regenwürmer. Einer ist leckerer als der andere lang ist. Ja, so ein Wurm kann ganz schön lang sein. Die Amsel schnurpst ihn so in sich hinein, wie wir Spagetti aufsaugen. Na gut, heute essen wir ordentlich. Aber als Kinder, wenn niemand zugeschaut hat, … Allerdings ist der Weg innen bei einer Amsel relativ kurz. Jedenfalls könnte man meinen, dass der Wurmanfang schon wieder hinten heraus lugt, während sein Ende gerade im Schnabel verschwindet. Aber das ist nicht der Fall. Im Inneren scheinen die Stare so etwas wie eine Garnrolle mit Kurbel zu haben. Da wird der Wurm dann aufgerollt, damit er in aller Ruhe verdaut werden kann. Natürlich haben die Stare keine Garnrolle im Bauch. Die wäre viel zu schwer und die Stare würden wie ein rostiger Starfighter abschmieren. Ich habe das nur erwähnt, um die Verdauung der Stare und der damit verbundenen Probleme zu veranschaulichen. Wer weiß heutzutage schon, wie so ein Star funktioniert.

Unsere anderen Vogelhäuser sind auch bewohnt, aber nicht so gut zu beobachten, weil sie hinten im Garten oder mitten in einem Baum mit dichtem Laub angebracht sind.