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Arbeitsschutzschilder

Arbeitsschutzschilder

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wo gearbeitet wird, besteht Verletzungsgefahr. Gerade dort, wo Dampfmaschinen rattern, wo über Transmissionen Kraft übertragen wird, wo schwere Lasten bewegt werden, kann schnell mal etwas Unvorhergesehenes passieren. So etwas muss vermieden werden! Entweder wird dafür gesorgt, dass niemand an die Gefahrenstellen heran kommt oder es wird ein Schild angebracht.

In der Zuckerfabrik Oldisleben war Schilderanbringen häufig das Mittel der Wahl. Wer lesen konnte, dem hätte eigentlich kein Arbeitsunfall passieren können. Natürlich nur, wenn er sich an die Aufforderung gehalten hat. Ein Unfall hätte höchstens passieren können, wenn ein Analphabet mal Unfug getrieben hätte. Gab es die in den Neunzigern noch? Vielleicht gab es sie, aber nur ganz, ganz wenige. Da hat der Meesta dann höchstpersönlich aufgepasst, wenn jemand mit dem Lesen nicht zurecht kam. Was der gesagt hat, das galt. Das war Gesetz. Da gab es keinen Widerspruch. Der Meesta war Gott, der Zuckerrübengott persönlich. Das war nicht so, wie heute. Basisdemokratie, was ist denn das? Das war damals noch nicht erfunden. Weder als der Kaiser das Sagen hatte, noch als unser Erich im fernen Ostberlin mit Strohhut und geballter Faust auf der Kommandobrücke stand.

Die Zunft der Schildermaler hatte Hochkonjunktur und die Schilderausdenker. Heute sind die Schilder ein Zeugnis des Zeitgeistes. Sie zeigen aber auch, dass man sich durchaus Sorgen um die Arbeiter gemacht hat.

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