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Papageitaucher

Papageitaucher

Vor etwa einem Jahr lag ich bäuchlings auf der Klippe von Látrabjarg ein paar hundert Meter über dem Breiðafjörður. Während ich etwas beklommen herunter geschaut habe, turnten die Puffins mutig an den Felsvorsprüngen herum. Und wenn es ihnen zu langweilig wurde oder sie Appetit auf so ein köstliches Atlantikfischlein verspürten, ließen sie sich einfach hinunter fallen, breiteten die Flügel aus und flatterten davon.

Das sind schon lustige Gesellen, die Papageitaucher. Starten ist an der Klippe leicht. Einfach fallen lassen und ab geht die Post. Aber so eine Landung, punktgenau an der steinigen Klippe, das ist nicht so leicht, das ist Kunst. Und diese Kunst beherrschen die Puffins nicht. Ploing, bumm, batsch und krachbumm, wieder ist so ein Flugvogel abgestürzt, schwankt auf dem schmalen Felsvorsprung hin und her. Puffins sind gut gepolstert. Der mit dem verunglückten Landeanflug schüttelt sich kurz und die drei, die da gerade ganz verträumt gesessen haben, wundern sich nicht einmal, als sie fast hinter geschubst wurden. Normalerweise passiert bei solch einer Landung nichts und notfalls gibt es einen zweiten oder dritten Landeanflug. Mit Geduld und Spucke kommen sie alle runter. Oben ist noch keiner geblieben.

Die Puffins sind sehr zutraulich. Dass sie früher Gefahr liefen, in einer Bratpfanne zu landen, haben sie längst vergessen. Wer könnte solch einen possierlichen Vogel essen? Ich habe sie lieber angeschaut und mich mit ihnen unterhalten. Zwischendurch hat es immer wieder klick gemacht. Klick für die Erinnerung, klick für die Nachwelt und klick für mich, klick, klick, klick