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Luminale 2008 Großmarkthalle

Luminale 2008 Großmarkthalle

Dort, wo heute die EZB – Europäische Zentralbank – ihr neues Domizil in Frankfurt errichtet, stand bis vor ein paar Jahren die Frankfurter Großmarkthalle. Dieses Gebäude steht unter Denkmalschutz und soll nun irgendwie in den Neubau der EZB integriert werden. Ich bin gespannt.

Bevor mit dem Bau des neuen EZB-Gebäudes begonnen wurde, ist hier im Rahmen der Luminale 2008 eine Licht-Installation gestaltet worden. Große Projektoren haben Bilder an die Fassade der Großmarkthalle gebeamt. Von der gegenüberliegenden Seite des Mains war das sehr gut zu sehen.

Ich erinnere mich noch an eine etwas alberne Situation. Es war ungefähr abends um elf. Es war stockdunkel. Im April geht die Sonne noch früher unter als im August. Ich hockte direkt am Mainufer gegenüber der Großmarkthalle und habe an meiner Kamera, die auf dem Stativ montiert war, herum hantiert und verschiedene Einstellungen ausprobiert. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie ein zweiköpfiges Kamerateam des Lokalsenders, ich vermute, dass es der OK Rhein-Main war, hinter mir herum marschiert ist. Die hatte ich an diesem Abend in dieser Gegend am Deutschherrnufer schon mehrfach beobachtet. Plötzlich nähern sie sich, leuchten mir voll mit ihrem Handscheinwerfer ins Gesicht und wollen mich filmen. Ich war total geblendet, habe erst einmal nichts mehr gesehen. Dann dachte ich, die haben ja nicht nur eine kleine Meise. Etwas wirsch und recht unfreundlich, was eigentlich nicht meine Art ist, habe ich mir das Anleuchten und Filmen verbeten. Hätten sie mal freundlich gefragt, … Aber auf diese Schnapsidee sind sie natürlich nicht gekommen. Stattdessen antworteten sie ziemlich enttäuscht, „Du willst wohl nicht ins Fernsehen?“ Nach dem Du war mir in diesem Moment nicht zumute, obwohl sich Fotofritzen ja immer Duzen und ich das voll okay finde. „Was zahlen Sie denn? RTL hat 1.000 € geboten. Aber für solch ein Trinkgeld gibt’s natürlich maximal ein Standbild von mir.“ Ich fand es nicht unangenehm, dass sie wortlos abgezogen sind und ich nicht über die Flimmerkiste geflimmert bin.

Einen Tag später habe ich dann im Fernsehen einen Bericht dieser Experten von der Luminale inklusive einiger Interviews gesehen. Ich war im Nachhinein noch einmal froh, dass ich so spontan und clever reagiert hatte! Das war ein absolut dilettantisch gemachter Schrottbericht mit ganz spannenden Fragen „Wie findest Du die Luminale?“, „Was machst Du denn gerade?“ oder „Hast Du schon viele Bilder gemacht?“. „Ich mach mich gerade Kaputtlachen machen!“ habe ich gedacht.