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Elf Mille waren am letzten Samstag bei Lotto im Angebot. „Na, das ist ja schon Mal ein Anfang!“, dachte ich mir und orderte beim Lottoheinz meines Vertrauens kurz vor dem Einsendeschluss noch einen Quicky. Der war aber so etwas von daneben, dass ich dem Lottoheinz spontan mein Vertrauen entzogen habe. Dann habe ich den Fehlschuss als Zeichen des Lottogottes verstanden. Er möchte bestimmt, dass es sich für mich so richtig lohnt. Sonst wären am letzten Mittwoch dann keine sechszehn Mille im Jackpot gewesen. Also bin ich zu meinem neuen Lottoheinz gepilgert und habe noch einen Quicky gebongt.

Es war eine spannende Frage, klappt es oder klappt es nicht. Als es dann soweit war, habe ich ganz aufgeregt die Zahlen im Internet gecheckt:

Lottozahlen

Lottozahlen

Ja, diese Zahlen sehen eigentlich ganz hübsch aus. Eine ganz süße Verteilung von nahe beieinander liegenden Zahlen und gewissen Zwischenräumen. So etwas hat Potenzial, macht Hoffnung. Dann habe ich mich drangemacht, die gezogenen Zahlen mit denen auf dem Tippschein zu vergleichen. Natürlich in aller Ruhe und Gemütlichkeit. So etwas muss man genießen, so etwas muss man zelebrieren! Tief durchatmen, bis 49 zählen und los geht’s.

Die 2:    Hab ich!

Die 3:    Hab ich!

Der Anfang ist gemacht. Das waren ja nur die ganz  kleinen Fische. Jetzt wird es spannend.

Die 22:  Hab ich!

Da habe ich also schon einmal einen flotten Dreier an Land gezogen. Das lohnt den ganzen Aufwand aber noch nicht. Wie geht es weiter?

Die 29:  Hab ich auch!

Jetzt nicht aufgeben, nicht nervös werden! Dieser Weg ist der Richtige! Höchste Konzentration ist angesagt. So kann es weitergehen. So muss es weitergehen. Schauen wir mal!

Die 35:  Ich werde verrückt! Auch diese Zahl habe ich getippt!

Hoch lebe der Lottogott! Dreimal hoch! Jetzt kommt die Zielgerade, der Endspurt. Jetzt geht es um die Wurscht!

Die 37:  Hab ich! Mensch, ich glaube es nicht!

Sechs Richtige! Ja, so muss es sein. Natürlich, das war ja auch der Sinn der Sache. Warum hätte ich sonst auch Lotto spielen, mein kostbares Geld investieren sollen? Das ist die erste Million. Die ist bekanntlich die Schwerste. Die muss man genießen. „Chef! Wir müssen reden!“ Wo ist das nächste Reisebüro? Ich wandere aus! Nein, ich bleibe hier und bemitleide die Verlierer. Nein, ich wandere aus und bemitleide aus der Ferne!

Aber jetzt kommt es drauf an. Werden es die sechzehn Mille sein? Das muss klappen. Superzahl ist die Neun!

Superzahl 9:       Mist, verdammter! Ich habe die Fünf. Knapp daneben ist auch vorbei.

Na gut, es sollte nicht sein. Sechs Richtige sind ja auch nicht zu verachten. Die Quote beträgt immerhin 1.087.843,60 Euro. Dafür müsste ich normalerweise bis ins nächste Jahrtausend schindern. Passt diese lange Zahl eigentlich auf einen Kontoauszug? Oder bringt mein Lottoheinz die Kohle persönlich vorbei. Da zähle ich mir ja die Finger wund. Und eine Armee von schwerbewaffneten Bodyguards muss ich auch engagieren. Die Kosten, oh je! Kann ich mir den Lottogewinn überhaupt leisten?

Mein Tippschein

Mein Tippschein

Eine Frage bleibt noch zu klären. Gilt der Sechser auch, wenn die Treffer auf fünf Tipps verteilt sind? Mir schwant da so etwas ganz Böses. Da ich nur bei einem ordentlich hohen Jackpot Lotto spiele, fehlen mir die diesbezüglichen Erfahrungen noch.

Glück gehabt! Mein Lottogott scheint es gut mit mir zu meinen. Der Jackpot wurde wieder nicht geknackt. Jetzt sind zwanzig Mille drin. Also muss ich meinem Lottoheinz zwecks Quicky noch einmal einen dringenden Besuch abstatten. Vielleicht sollte ich mehrmals zu ihm gehen. Das erhöht die Chancen und stimmt den Lottogott sicher besonders gnädig. Am Samstag wird es also endlich klappen. Da bin ich mir ganz sicher! Dann leiste ich mir etwas ganz, ganz Besonderes. Ich engagiere einen Ghostwriter für mein Blog.