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Italiener beim Bootfahren

Italiener beim Bootfahren

Der Italiener an sich ist ein ganz nettes Kerlchen. Die Frau von heute schätzt ihn vielleicht ein wenig machohaft ein, aber er meint es sicher nicht so. Er meint es noch viel machohafter. Ein typisches Beispiel ist dieser Politiker, der kürzlich aus dem italienischen Senat verwiesen wurde.

Fußballspielen ist in Italien beliebt. Natürlich auch anderswo auf der Welt, beispielsweise in Bayern. Wenn ein Fußballspieler etwas über die Stränge schlägt, bekommt er die A-Karte zu sehen. Die ist im Allgemeinen wenig populär, außer bei den gegnerischen Spielern. Sie heißt A-Karte, weil sie rot, wie der Popo von einem Berggorilla ist. An Ampeln meinen wir oft, die A-Karte gezogen zu haben. Ampeln sind immer rot. Unsere Politiker mögen die A-Karte auch nicht. Sie ist so rot und wartet ausgerechnet in der linken A-Backentasche des Schiris schlummernd auf ihren Einsatz.

Die Italiener sind ein ganz besonderes Völkchen. Sie haben eine große Klappe, eine große Hupe am Auto und immer die Hände voll. Entweder sie halten eine hübsche Italienerin fest oder ein Handy oder beides. Telefonieren ist staatsbürgerliche Pflicht der Italiener. Die nehmen sie auch äußerst ernst. Sie greifen so viel zum Hörer, dass ihre Stimme drunter leidet. Deshalb klappen die Wahlen nicht richtig und sie haben mit ihren Regierungen so viele Probleme. Jeden Morgen checken sie in den Nachrichtensendungen als Erstes, welche Regierung gerade im Amt ist und hoffen, dass dies bis zum Abend so bleibt. Sicher können sie nie sein.

Italiener beim Bootfahren

Italiener beim Bootfahren

Uneinholbar stehen die italienischen Männer auf Platz eins im Dauertelefonieren. Dieser hier auf dem Bild telefonierte allerdings nur eine Dreiviertelstunde lang. Das ist ungewöhnlich kurz. Da muss er noch ein wenig üben, bis es die Norm erreicht. Beim Quasseln wollte er unser Schiff überholen. In den Innenkurven sah es für ihn auch gut aus. Aber die Außenkurven ließen ihn wieder gnadenlos zurückfallen. Während des ganzen missratenen Überholmanövers hat er mit seinem Kumpel geredet. Nach seiner Mimik und Gestik zu urteilen, scheint sein Kumpel bei der sizilianischen Mafia beschäftigt zu sein. Es ging hoch her.

Beim Telefonieren macht sich das mit dem Lenken solch eines Kahns natürlich nicht so gut. Deshalb haben die italienischen Boote auch gar kein Lenkrad. Das wäre ja ein unnötiges Utensil. Zum Steuern des Bootes verwenden die Italiener das A-Ruder. Im Gegensatz zur A-Karte ist das A-Ruder nicht rot. Das Steuern mit dem A-Ruder klappt, wie unser Begleiter zeigt, einwandfrei. Ein Wunder italienischer Bauart ist hier zu bewundern. Die hiesigen Männer sind multitaskingfähig. Sie können telefonieren und gleichzeitig ein Boot steuern. Der Trick ist die Aufteilung der Intelligenz. Zum Telefonieren wirf der Kopf mit all seinen Schnittstellen, wie beispielsweise Mikrofon und Lautsprecher benutzt. Der größte Teil der Intelligenz sitzt unterhalb der Gürtellinie. Die zum Steuern des Bootes befindet sich unmittelbar auf dem A-Ruder. Der Rest ist direkt gegenüber untergebracht.

Einen A-Vorschlag habe ich noch auf Lager. Im Interesse der Verkehrssicherheit und des Komforts beim Telefonieren sollte man auch Fahrräder mit einem A-Lenker versehen! Dann kann der Italiener gleichzeitig gefahrlos Fahrrad fahren, telefonieren und die italienischen Ladys sowie touristischen Blondinen cool grüßen und damit wahnsinnig Eindruck schinden.