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kurvenreich

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Es ist schon ein paar Tage her. Trotzdem war das Wasser am Erfurter Nordstrand schon oktoberkühl. Ich habe es nicht getestet. Einem abgestürzten Wasserskipiloten sah man das Bibbern von Weitem an. Ich habe gerne darauf verzichtet, mich dem Wasser zu nähern. Die Sonne im Rücken hat mir gutgetan!

Früher war dies eine Kiesgrube. Aber solange ich Erfurt kenne, ist hier ein Badesee. Eine Halbinsel trennt die beiden Hälften des Sees. Badende, Enten, Blesshühner, Schwäne, Fische, Taucher und Wasserskiläufer teilen sich den See, der von sonnigen Wiesen umgeben ist. Das Wasser ist klar. Früher wurde es auf die Felder der Umgebung zur Bewässerung von Gemüse gepumpt. Seit Jahren braucht die Landwirtschaft offensichtlich nicht mehr so viel Wasser. Das Gemüse der Neuzeit ist genügsam. Der Wasserspiegel ist kräftig gestiegen.

Die Wasserskianlage steht schon etliche Jahre und hat bestimmt schon tausende mutige Sportler im Kreis gezogen. Es macht Spaß, zuzuschauen. Einigen gelingen akrobatische Kunststücke. Manche lassen sich auf Sprungschanzen ziehen und wirbeln dann durch die Luft. Da muss man aufpassen, dass man vor Staunen die Gusche wieder zubekommt. Andere üben fleißig, drehen ihre Runden. Irgendwann sind sie dann die stolzen Luftakrobaten.

Bei Sonnenschein kann man in den Wasserfontänen, die sie hinter sich herziehen, Regenbögen sehen. Aber es kommt genau auf den Blickwinkel an. Deshalb ist das Einfangen des Farbenspiels nicht ganz einfach. Klick – den Hauch eines Augenblicks zu spät. Klick – ein Millisekündchen zu früh. Klick – …

Eines lässt sich nicht vermeiden. Früher oder später geht jeder Wasserskiläufer baden. Neoprenanzüge schützen sie einigermaßen vor der Kälte. Aber, kaltes Wasser ist kalt. Davon kann jeder Entenpops ein Lied zwitschern. Und je mehr Runden gefahren werden, je weiter der Rückweg aufs Trockene ist, desto kürzer ist die Quecksilbersäule des persönlichen Thermometers. Manchen gelingt der Sprung ins kühle Wasser bereits beim Start. Da helfen Kameraden nach, stellen einfach den Fuß auf Brett. Wenn das Seil zieht, gibt es kein Halten mehr. Mit kühnem Sprung landen sie ohne Wasserski in den Fluten. Spaß muss sein, sprach Wallenstein … Vielleicht ist dies so etwas wie die Äquatortaufe auf dem Hochseedampfer? Einige verlieren unterwegs den Anschluss und schwimmen an Land. Alle anderen müssen irgendwann wohl oder übel nahe am Startpunkt das Zugseil loslassen. Wenigstens ist es dann nur wenige Meter bis an Land.

Ich möchte es nicht unerwähnt lassen: Es gibt auch mutige Wasserskimädels!