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Unterhalb, besser gesagt hinter der Burg Fürsteneck, mitten im Wald, ist mir beim Fotografieren ein älterer Herr mit seinem Hund begegnet. Er war waldarbeitermäßig gekleidet und trug Filzstiefel, die ihm scheinbar mehrere Nummern zu groß waren. Über seinen Parka hatte er eine signalrote Jacke gezogen. Er war also nicht zu übersehen. Als er mich erreichte, sagte ich freundlich „Hallo!“, schließlich habe ich in meiner Jugend eine gute Erziehung genossen. Dann entspann sich dieser Dialog.

„Bleimse aufm Weg, im Wald läuft ‘ne Jagd!“

„Eine Jagd, ich dachte hier werden Bäume gefällt?“ Im Hintergrund ist das Kreischen von Kettensägen zu hören.

„Nee, da wird gejagt. Ist schon lange angemeldet. Aber wenn die Idioten ausgerechnet heute Holz machen, da wird’s nischt mit der Jagd. … Da hinten,“ er zeigt in den Wald, „sind gerade drei Stück weggesprungen.“ Er meint, dass drei Rehe echtes Jagdglück gehabt haben.

„Schlechte Planung!“

„Das kann man laut sagen. Aber bleimse aufm Weg! In einer Stunde ist es garantiert vorbei.“

„Mach ich.“

„Fotografiern sie?“ Das ist ja eigentlich nicht zu übersehen. Als er mit seinem schwarz-weißen Terrier den Weg entlang kam, hatte ich gerade auf der Erde gehockt und etwas fotografiert. Wenn er das nicht mitbekommen hat, ist er blind oder ein bisschen dusselig.

„Ja!“, antworte ich und ergänze „Fotokurs, auf der Burg.“

„Ach so. Kenn ich. … Ja ja, jeder hat sein Hobby!“

„Ja, der eine jagt, der Nächste angelt, ich fotografiere, …“

„Und manche rennen die Weiba hintaher!“ Sein Grinsen spricht Bände.

„Und andere führen ihren Hund aus.“ Ich zeige auf seinen Terrier. Das mit den Weibern und dem Rennen passt eher nicht zu ihm.

„Der ist auch ganz wild auf die Weiba! Wenn der eine sieht, selbst wenn die dreimal so groß ist, wie er, da kennt der nischt!“ Er zieht mit seinem Hund weiter.