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Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum

Es ist vollbracht. Weihnachten 2013 ist Geschichte, ist passé, wird nie, niemals wiederkommen! Da hilft auch kein Flennen. Es ist aus und vorbei. Einen Trost gibt es. Wenigstens haben wir überlebt und nicht die fünf Kilo, wie bei der Füllung des Kühlschranks zu befürchten war, zugenommen.

Nun heißt es Abschied nehmen. Das alte Jahr wurde bereits mit Pauken und Trompeten in die Wüste geschickt. Es musste weg. Das Verfallsdatum war überschritten. Nicht einmal auf dem Grabbeltisch für den halben Preis ist es weggegangen.

Die Trennung vom Weihnachtsbaum ist eine zwiespältige Sache. Wir erinnern uns noch gut an die Strapazen beim Aufstellen und Schmücken. Etliche Nadeln haben uns von sich aus bereits ade gesagt. Jetzt muss er also weg! Schade drum, in knapp einem Jahr könnten wir einen so wundervoll geschmückten Lichterbaum wirklich gebrauchen. Über das Recyceln von Weihnachtsbäumen berichte ich in ein paar Tagen. Heute wird er erst einmal abgeschmückt und in seine Einzelteile zerlegt. Die Guten kommen ins Kistchen, die Schlechten fliegen in den Restmüll. So ergeht es den Weihnachtsbaumkugeln und sonstigen Schmuckelementen.

Zum Glück ist Lametta seit etlichen Jahren out. Ich erinnere mich gut an frühere Zeiten. Jeder einzelne Lamettafaden wurde liebevoll auf dem Baum, genau zwischen zwei ziemlich wackeligen, jeden Moment abzustürzen drohenden Nadeln befestigt. Nach Weihnachten wurden die Lamettafäden mit noch mehr Liebe wieder eingesammelt, der Länge nach sortiert und fürs nächste Fest eingelagert. Wenn ein Fädchen heruntergefallen ist, gar in mehrere Teile zerbarst, war der Familienfrieden in höchster Gefahr. Mit noch viel mehr Liebe denke ich heute daran, dass uns diese vor- und nachweihnachtliche Strapaze nicht mehr ereilen wird. Nur eines bereitet mir Sorgen. Bisher ist jede noch so verrückte Modeerscheinung wie ein Bumerang zurückgekehrt.

Die Äste des Weihnachtsbaums werden einige Wochen lang die Beete im Garten zieren, die winterschlafenden Pflanzen vor den gnadenlosen Tentakeln des Winters schützen. Winter, was ist denn das nun wieder? Das, was sich da draußen gerade abspielt, erinnert in keiner Weise an die kalte Jahreszeit. Im Frühling würden wir uns über solches Wetter freuen. Aber jetzt? Jetzt ist es einfach nur mieses Wetter!

Was bleibt übrig vom Weihnachtsbaum? Eigentlich nichts, außer dem Strunk. Da könnten glatt ein paar Tränchen kullern. Ich habe ihm, meinem geliebten Nadelbaum ein fotografisches Denkmal gesetzt. Er hat mich etliche Tage begleitet, das Zimmer nicht nur geschmückt, sondern mit seinem Strahlen sogar den lieben Weihnachtsmann angelockt.

Und was wird dann? Dann kommt er weg. Weg für immer und ewig. Sein Geist entfleucht in den siebenten Weihnachtsbaumhimmel. Der Stamm, seine Äste sowie die Nadeln gehen in den Kreislauf der Natur ein. Vielleicht werden einige seiner Atome in ein paar Jahren wieder als Weihnachtsbaum in einem Wohnzimmer stehen und die Herzen der Menschen zum Leuchten bringen! Ist dies nicht eine wundervolle, superkitschige Vorstellung?