Schlagwörter

, , ,

Es geht im Fernsehen einfach nicht ohne nackte Haut. Angesagt sind Körperstellen, die der normale Mitteleuropäer gewöhnlich nur sehr, sehr vertrauten Menschen zeigt. Oder der Ärztin, was im günstigsten Fall als Vorsorgeuntersuchung abgerechnet wird. Den ungünstigen Fall möchte niemand erleben.

Neulich wurden dem Fernsehzuschauer auch noch von Til Schweiger als Tatort-Kommissar nackte Tatsachen zugemutet. Schweigers blanker Hintern in Großaufnahme, das hatte bisher wirklich gefehlt.

Die Zuschauer sollten sehen, wie sich der Ermittler mit der hübschen Staatsanwältin im Bett vergnügt. Sicherheitshalber hat er die Lady angekettet. Bei einer Staatsanwältin muss man vorsichtig sein. Wenn er einmal dabei ist, hätte er die maulige Göre dieser Lady auch noch irgendwo festbinden sollen. Aber was will man von Schweiger schon erwarten! Der war einfach nur spitz, mit dieser Dame ein wenig zu schnackseln. Ulli H. hätte ebenfalls gerne eine Staatsanwältin vorgesetzt bekommen. Andererseits, Ulli H. und Frauenfußball, das passt nicht so recht zusammen. Die Welt ist kompliziert und ungerecht.

So viel nackte Haut in einem einzigen Tatort! Der Krimi war Nebensache. Kein Wunder, dass knapp 12,57 Millionen Zuschauer eingeschaltet hatten. Nackte Haut geht immer! Das wissen die Filmemacher. Aber ein Männerarsch, das ist etwas Neues. Oder gab es das schon einmal? Ich kann mich nicht erinnern, bin ja fernsehmäßig wirklich nicht der Experte. Jedenfalls musste das getestet werden. Es hat funktioniert. Nun gibt es noch Steigerungsmöglichkeiten. Jetzt wartet alle Welt darauf, dass der Kamerastandort geändert wird. Vielleicht bekommt Schweiger einen netten Praktikanten von der Kriminalhochschule zugeteilt, der das staatsanwältliche Töchterchen vom Hauptgeschehen ablenkt. Oder ein hübscher Ganove aus dem Hamburger Kietz entführt das Mädel kurzerhemd. Oder sie verknallt sich unsterblich in den Mathelehrer. Das soll es im echten Leben geben. Und wenn sich der Obermafiosi in die Kleine verliebt und ihr zuliebe ein guter Mensch wird, dann entstehen die verrücktesten Verwicklungen. Ob der Ermittler diese noch durchschaut? Er sollte sich mal auf seinen Hintern setzen und die Aktenlage studieren, statt seine vier Buchstaben in die Kamera zu halten. Ich merke es gerade, meine Fantasie geht mit mir durch. Ich bitte um Verzeihung!

Mit der Staatsanwältin im Bett hat er sich viele neue Inspirationen geholt. Das war sicher nötig. Denn diese Massenmörder zu schnappen, ist nicht ganz einfach, schon gar nicht ungefährlich. Irgendwie hat es ihn dann doch erwischt. Auch ein Schweiger ist nicht völlig perfekt. Das leckere Krankenhaus-Leibchen hat ihn zu Höchstleistungen getrieben. Arsch zeigen ist das eine, aber mit solch einem peinlichen Negligé im Fernsehen auftreten, ist oberpeinlich. Dem muss man etwas entgegensetzen. Er hätte sich nur umdrehen müssen, die Hemdchen sind hinten offen. Das wusste er sicher nicht. Schließlich hat er die Mafia-Clans dann doch besiegt. Wir hatten nichts anderes von ihm erwartet. Wir sind alle furchtbar stolz. Die Welt ist bis zum nächsten Tatort wieder in Ordnung.

Neunzehn Leichen hat es wohl gegeben. Da verliert man schnell den Überblick. Das gleicht den entblößten Zweiteiler wenigstens einigermaßen aus. Ich denke, damit ist alles Wichtige über diesen Film gesagt.

Der Zeitung mit den vielen Bildern soll er erzählt haben „Nackt vor der Kamera fühle ich mich unwohl!“ Wie fühlte ich mich, als ich das sehen musste? Danach fragt niemand! Ich glaube auch nicht, dass man ihn zu dieser Szene prügeln musste. Eine gute Gage wirkt Wunder. Wie viel ist eigentlich von meiner Fernsehgebühr für dieses Hinterteil abgezweigt worden? Was haben mich die Leichen gekostet? Bestattungen sind immerhin ein echtes Luxusgut. Eine Staatsanwältin ist als Beamtin bestimmt auch nicht preiswert zu haben. Dafür hat sie wenigstens ihren Nachwuchs mitgebracht. Warum bietet man mir so etwas nicht mal an? Ja, ich wäre wahrscheinlich noch ‘ne Nummer schärfer, gagenmäßig. Dabei bin ich ganz bescheiden, gagenmäßig. Ab der zweiten Stelle von links wäre ich mit vielen Nullen zufrieden. Ich hätte hier im Blog eine Vorwarnung gegeben, sodass wenigstens meine lieben Leser vor diesem Anblick bewahrt bleiben.

Insider und Kenner der Tatortszenerie rechnen fest damit, dass das Techtelmechtel der beiden Turteltauben in den nächsten Folgen fortgesetzt wird. Es muss eine Steigerung geben, sonst wird das nichts mit dem Bambi. Dann ist der im Arsch. Bestimmt gibt es in der nächsten Folge einunddreißig Leichen. Noch eine draufgelegt, Schweiger könnte seine Hose anbehalten. Ja, irgendwie müssen sie die Zuschauer doch vor die Flimmerkiste und zum richtigen Sender locken! Solange die Zwei turteln, richten sie wenigstens keinen Schaden an.

Ehrlich, ich brauche diesen Arsch nicht.

Jetzt könnte man zu der Meinung gekommen sein, ich hätte diesen Tatort nicht gesehen. Ja, das stimmt sogar. Aufmerksam gelesen, nennt man das! Ich habe noch nie einen Tatort angeschaut. Ich schaue mir grundsätzlich keine Krimis an. Das ist mir einfach zu aufregend und zu lebensfremd. Meine Nerven halten das nicht aus. In diesem Fall ließ es sich nicht vermeiden, mindestens Zwanzigmal die Vorschau zu sehen. Dabei sind jedes Mal dieser Hintern, die angekettete Gespielin nebst Töchterchen vorgeführt worden. Die eigentliche Aufführung war schon die einundzwanzigste Wiederholung. Die musste ich dann nicht mehr anschauen. Ich kannte die spannendsten Szenen aus dem Streifen längst.