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Bienen-Ragwurz

Bienen-Ragwurz

Es ist so schön und immer wieder dasselbe Spielchen. Der beste Kumpel, die Freundin, die Ehefrau oder der Kollege müssen dran glauben. Es ist die Garantie für gute und schlechte Laune gleichzeitig. Und wer das nicht mag, wird garantiert zur Zielscheibe eines Dauerfeuers.

„April! April!“ schallt es allenthalben. Das Gelächter ist unüberhörbar. Ein verzweifeltes
„Gemeiner Kerl!“ oder „Miststück!“ kommt retour. Schlimmere Varianten solcher verbaler Reaktionen spare ich mir.
„Mensch! Hab dich nicht so! Heute ist der erste April. Da hast du eben Pech gehabt! Beim nächsten Mal legst du mich rein!“ Letzteres meine ich zwar nicht wirklich ernsthaft. Es glättet zumindest die Wogen ein wenig. Und irgendein Gag wird mir im nächsten Jahr garantiert einfallen! Mich reinlegen, das geht doch gar nicht, so clever wie ich bin! Immerhin habe ich jetzt ein ganzes Jahr Zeit.

„Autsch! Jetzt hat es mich erwischt!“ Gute Mine zum bösen Spiel. Na, das merke ich mir aber. So etwas macht der nicht noch einmal mit mir! Die gute Laune ist im Ar…, äh, ich meine im Eimer.

Bienen-Ragwurz

Bienen-Ragwurz

Die Natur ist da auch nicht besser. Sie kennt keine Gnade, wenn es um den eigenen Vorteil, die eigene Arterhaltung, Vermehrung geht. Dem Bienen-Ragwurz, einer heimischen Orchideenart, geht der Ruf voraus, dass er mit Duft und Aussehen Bienen anlockt. Sie würden dann glauben, eine Bienin zum Kuscheln gefunden zu haben. Statt dessen bestäuben sie lediglich die Blüte der Orchidee und gehen selbst leer aus.

Ganz so ist es bei dieser Orchideenart nicht. Da in Mitteleuropa kein passendes Bestäubungsinsekt vorkommt, bestäuben sie sich selbst. Was es alles gibt in der Natur. Wenn es ihnen Spaß macht, sollen sie meinetwegen tun, was sie nicht lassen können! Vielleicht schaut am späten Abend ein Mäuschen zu und freut sich über einen erotischen Film.

Der abgebildete Bienen-Ragwurz ist in Thüringen, nahe der Burg Gleichen zu Hause.