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Schafmützen Achtung! Heute ist der Tag des Schlafes.

Jedes Jahr am 21. Juni wird der Tag des Schlafes begangen. Im Jahr 1999 wollten zwei Deutsche auf die Bedeutung des erholsamen Schlafes für die Gesundheit aufmerksam machen. Deshalb wurde der Tag des Schlafes im Jahr 2000 erstmalig veranstaltet. Nachdem sie wieder aufgewacht waren, gründeten sie 2004 einen gemeinnützigen Verein mit dem Namen „Tag des Schlafes e. V.“. Dieser Verein hat gegenüber einem Karnickelzüchterverein etliche Vorteile. Die Vereinsarbeit ist völlig stressfrei. Auf der Mitgliederversammlung wird gemeinsam gepennt und niemanden stört das. Wer am lautesten schnarcht, wird Vereinspräsident und bekommt die güldene Schlafmütze verpasst.

Natürlich rein zufällig wird der Tag des Schlafes ausgerechnet an dem Tag begangen, an dem der Tag am längsten und die Nacht am kürzesten ist. Man möchte darauf hinweisen, dass man sich immer, selbst an solchen Tagen, genügend Zeit zum Schlafen nehmen soll. Dem Körper tut das ja so gut! Er braucht den Schlaf. Selbst das Träumen ist außerordentlich wichtig. Beim nächtlichen Kino im Kopfkissen werden unsere Erlebnisse und Gefühle verarbeitet und fest im Gehirn eingebrannt. Es ist wie das Umkopieren der Daten am Computer, vom Arbeitsspeicher auf die Festplatte. Stress, Probleme, Sorgen und Angst werden beim Schlafen und Träumen in Bilder und Symbole umgewandelt und dabei verarbeitet. Sie entlasten unsere Seele. Ist das nicht toll? Nur eine Frage habe ich noch: Träumen wir schwarz-weiß oder in Farbe? Ich weiß es wirklich nicht. Bei Schwarzweiß-Filmen müsste es eigentlich eine Ermäßigung geben!

Schlaf ist ein Zustand äußerer und scheinbar auch innerer Ruhe. Er wirkt unmittelbar auf uns: Die Atmung wird langsamer, tiefer und auch gleichmäßiger. Herzschlag passt sich dem Schlafzustand an. Das Herz blubbert ein wenig langsamer. Der Blutdruck sinkt. Wenn man länger schläft, sinkt sogar die Körpertemperatur. Wir benötigen weit weniger Energie als beim Wachsein. Das ist für Diätfanatiker natürlich keine gute Nachricht.

Wenn man zu wenig schläft oder der Schlaf nicht erholsam genug ist, steigen Reizbarkeit und Ungeduld. Die Leistungsfähigkeit leidet enorm unter Schlafmangel. Folgen können Stimmungsschwankungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Selbstorganisation sein. Man könnte auch sagen, wir werden ein wenig schusselig. Langfristig kann es zu Übergewicht und Schwächung der Immunabwehr kommen. Das Risiko für Herzerkrankungen steigt. Das Altern beginnt früher. Dagegen hilft also nur schlafen. Entweder wir werden alt oder wir verschlafen unser Leben.

Zwei lästige Probleme sind unmittelbar mit dem Schlafen verbunden. Zum einen ist es das Summen von Mücken. Da helfen nur rabiate Methoden, wie beispielsweise eine Klatsche. Genauso unangenehm ist aber das Schnarchen. Im Büro stört es die Kollegen, im Schlafzimmer eher die Partnerin oder den Partner.

Schnarchen ist ein rhythmisches, knatterndes Geräusch. Es wird im Schlaf in den oberen Atemwegen erzeugt. Normales Schnarchen nennt man kompensiertes Schnarchen. In geringem Maße ist es eine Normvariante (DIN 0-8-15b). Es hat keinen Krankheitswert. Etwa die Hälfte der älteren Menschen schnarchen, egal ob Männlein oder Weiblein. Die Behauptung, vor allem Männer würden schnarchen resultiert daraus, dass Männer häufig schneller und leichter einschlafen als Frauen. Demzufolge sind sie eingeschnorchelt, wenn die liebe Gattin ihr Sägewerk erst noch umständlich aktiviert.

Bei krankhaftem Schnarchen kommt es zur Verminderung der Sauerstoffversorgung. Das heißt dann obstruktives Schnarchen. Dagegen sollte man etwas unternehmen, beispielsweise als ersten Schritt einfach mal einen Facharzt konsultieren.

Darüber hinaus träumen wir beim Schlafen. Das wurde bereits erwähnt. Das Träumen kann während des Schlafs und danach auch angenehm, unangenehm oder ohne Erinnerung sein.

Der Traum ist eine Aktivität des Gehirns. Er wird oft von lebhaften Bildern begleitet und intensiven Gefühlen begleitet. Der Träumer kann sich hinterher nur an Teile seines Traumes oder gar nichts erinnern. Wir träumen in allen Schlafphasen. Es beginnt beim Einschlafen und endet beim Erwachen. Selbst Tagträumerchen sind nicht einmal selten. Zwischendurch beim REM-Schlaf wird es besonders intensiv. Genau diese Träume bleiben sehr selten in unserer Erinnerung. Wir träumen oft von Dingen und Ereignissen, die eigentlich völlig unmöglich sind. Wir können Träume nicht steuern. Manch einer behauptet zwar, dies zu können, aber diesbezüglich sind die Forscher noch am Forschen.

Besonders unbeliebt sind erschreckende und angstauslösende Träume. Diese heißen dann Albträume. In Psychokrimis verwendet man sie gerne als künstlerisches Mittel, Spannung, Angst und Schrecken zu erzeugen.

Die Traumdeutung zur Vorhersage von Zukunft und Schicksal ist ein beliebtes Spiel. Bereits seit der Aufklärung wird der Traum als Überbringer von Botschaften von den Philosophen angezweifelt. Wer trotzdem dran glauben möchte, soll es tun. Der Schaden hält sich gewöhnlich in Grenzen. Der Nutzen ist oft eingebildet. Damit gibt es viele Parallelen zu diesen kleinen, leckeren Kügelchen.

Sigmund Freud war wohl der Oberträumer. Er hat mit seiner Tiefenpsychologie die Träume als wichtige Informationsquelle über das unbewusste Erleben auffasst. Er bezeichnet die Traumdeutung auch als Traumanalyse.

Als Kind träumte ich oft, ich würde mit meinem Bett durch die Straßen fahren und dabei natürlich brav an jeder der damals bei Weitem noch nicht so zahlreichen Ampeln auf Grün warten. Ich erinnere mich noch ein einen Berg, den die Straße hinab führte. Das Bett nahm richtig Speed auf. An das Bremsmanöver oder eine Kurvenfahrt erinnere ich mich aber nicht mehr. Bestimmt deutete der Traum darauf hin, dass aus mir mal ein Rennfahrer werden könne. Aber da hat sich der Traum ganz mächtig geirrt.

Eine besondere Art und Weise ist das Schlafen im Duett als wacher Zustand. Auch das ist sehr gesund, soll sogar das Leben verlängern. Es wirkt der oben aufgestellten These „Entweder wir werden alt oder wir verschlafen unser Leben.“ entgegen. Allerdings sind im Zusammenhang mit dieser Form des Schlafens manchmal auch Vernunft und das Vermögen der Folgenabschätzung durchaus eingeschränkt.