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Weltmeister 2014

Weltmeister 2014

Deutschland steht im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Das hatte ich, wenn ich ausnahmsweise mal ehrlich bin, nicht erwartet. Ich hatte eher vermutet, dass unsere Jungs irgendwann früher, sagen wir mal etwa fünf Minuten vor dem Achtel- oder Viertelfinale, einer anderen befreundeten Mannschaft den Vortritt lassen.

Ich frage mich heute noch, wieso die Amis gegen uns verloren haben. Die hätten jedes Spiel gewinnen müssen, kannten doch Dank NSA jeden noch so ausgeklügelten Trick ihrer Gegner, jeden einzelnen Schwachpunkt persönlich. Wahrscheinlich ist Klinsi einfach eine viel zu ehrliche Haut.

Nun sind sie drin, im Endspiel. Unsere Jungs sind die Helden der WM. Okay, 7:1 gegen Brasilien war vielleicht ein klein wenig übertrieben. Ein Sechsnull hätte es auch gemacht und Neuer hätte nicht schimpfen müssen.

Nun muss es klappen! Sonst würde der ganze Aufwand keinen Sinn machen. Sonst wäre der Stress umsonst gewesen. Schade um die viele Limonade, die sich die Fußballer in dieser elenden brasilianischen Hitze reingeschüttet haben. Auch die stylische Frisur unseres Trainers hätte keine Chance, in die Weltregenwettergeschichte einzugehen. Und selbst dieses wundervolle Interview von diesem …, ach wie heißt der bloß? Ich meine den, der da ein wenig genervt war, als er ein paar Fragen beantworten sollte, äh … Also Schweini, Klose oder Müller meine ich nicht. Ach, das ist doch auch egal, wie der heißt. Ich meine den, der da auch Fußball gespielt hat. Obwohl ich schon sagen muss, nach einem Spiel sah das nicht aus. Wer es wissen möchte, kann ja googlen. Jedenfalls wäre dieses Wahnsinnsinterview auch umsonst gewesen, wenn sie am nächsten Sonntag nicht gewinnen.

Die Halbfinals haben uns für das Endspiel letzte Klarheit gebracht. Erste Erkenntnis war, dass Deutschland gewinnen kann, gewinnen muss, gewinnen wird! Die Zweite sagt eindeutig, dass nur Tore zählen, genügend Tore natürlich. Die Niederländer hätten das wissen können! Und die dritte Erkenntnis betrifft den künftigen Vizeweltmeister.

Gerne hätte ich ein Endspiel gegen die Niederlande gesehen.

Wie wäre das mit den Niederländern gewesen? Wären die eine echte Gefahr für unseren Sieg? Nein! Niemals! Schauen wir uns die Einwohnerzahlen beider Länder an. Da steht es 80 Mille zu 23,5 – grob gezählt. Die Wohnwagen habe ich natürlich nicht mitgerechnet. Die sind sowieso völlig unfair! Oder die Zahl der Berge mit mehr als tausend Metern Höhe – da gucken diese Niederländer aber so etwas von total in die Röhre! Selbst bei den Fünfhundertern sieht es für die ganz schön mies aus. Schließlich heißen die ja auch Niederländer. Wir hätten beim Endspiel alle, das heißt jeder Deutsche, nur drei Flaschen Bier gesüffelt. In der Halbzeitpause wären wir kollektiv aufs Klo gerannt. Dann hätten die niederländischen Fußballer plötzlich kein zu Hause mehr gehabt. Dann würde der Meeresspiegel schlagartig um mindestens fünf Zentimeter, wenn nicht gar sechskommadrei Zentimeter ansteigen. Bei Königs würde man sich um die Stelzen zanken. Keine Angst, wir hätten allen Asyl gewährt, unter einer Bedingung! Außerdem haben sie sich inzwischen so schön an den Vizeweltmeistertitel gewöhnt. Da wäre der Titel echte Verschwendung gewesen. Und zweimal Vize ist wie einmal Vierter. Das ist doch auch nicht schlecht! Jetzt haben sie sogar die Chance auf die Bronzemedaille.

Außerdem sind die Niederländer echt unfair! Die hatten bei dieser Weltmeisterschaft einfach mehr Spielpraxis, durften zusätzlich Elfer üben! Was hat das genützt? Nichts! Wie wir unseren Jogi kennen, erklärt der seinen Jungs noch einmal in aller Ruhe, wie das mit dem Ball und dem Tor gemeint ist. Machen wir uns also keine Sorgen!

Die Argentinier sind ein schwerer Brocken. Die sind so gut, die sind sogar ins WM-Finale gekommen. Aber das nützt denen nichts. Ich bin für die Deutschen!

Das Endspiel gegen Argentinien hat das Zeug zum WM-Klassiker. Schon zwei Mal standen sich beide Mannschaften in einem WM-Endspiel gegenüber.1986 siegten die Männer um Maradona denkbar knapp mit 3:2. Dann 1990 gewannen die Jungs von Kaiser Franz mit einem klaren 1:0. Im Jahr 2006 trafen Deutsche und Argentinier im Viertelfinale aufeinander. Mit Lehmanns Spicker in der Hand gewann Deutschland das Elfmeterschießen. 2010 schockierten Jogis Jungs in Südafrika die Südamerikaner mit einem 4:0. Tendenziell liegt ein deutscher Sieg in der hitzigen Luft von Rio.

Die Argentinier haben als einzige Mannschaft bisher alle Spiele gewonnen. Jedoch ist ihre Tordifferenz sehr bescheiden. Sie spielen also sehr effektiv. Mauern hinten alles zu und vorne warten sie auf den entscheidenden Moment für den Überraschungsangriff. Toller Fußball ist das nicht. Messi ist die Schlüsselfigur der Argentinier. Die Hälfte der Tore seiner Mannschaft hat er selbst geschossen. Eigentlich läuft jeder Angriff über ihn. Also muss einfach nur dieser Messi ausgeschaltet werden.

Ich frage mich, ob die Argentinier diese 90 Minuten in Rio überhaupt durchstehen. Die haben einen Tag weniger Pause, mussten 120 Minuten wie die Irren dem Ball hinterher wetzen, um dann mit viel Glück und einem guten Torwart als Sieger dazustehen.

Und dann kommt noch dieser Papst mit seinen weitreichenden Verbindungen ausgerechnet aus Argentinien. Aber das muss uns keine Sorgen bereiten. Der Fußballgott wohnt in Deutschland, wird ganz sicher verwahrt. Er sitzt in einer JVA. Der jubelt den Argentiniern garantiert nicht zu.

Argentinien ist trotzdem eine harte Nuss für die deutschen Fußballer. Vielleicht sollte Jogi als Joker ein Eichhörnchen zum Einwechseln bereithalten.

Es spricht einfach alles für Deutschland!

Das Schönste an einer Fußballweltmeisterschaft sind die unendlich vielen Spekulationen und Kommentare der Fußballexperten aller Couleur. Ausnahmsweise reihe ich mich heute mal in diese Phalanx der Hellseher, Besserwisser und verhinderten Bundestrainer ein.

Normalerweise ist es mir völlig egal, wer ein Fußballspiel gewinnt. Mein Verständnis für Fußballfans ist endlich. Doch, ich gönne jedem die Freude, den Spaß am Fußball. Wenn sie friedlich sind und die Hupen nicht zu laut und lange betätigen, bin ich im Herzen bei ihnen. Wenn ich tatsächlich mal in ein Spiel hineinzappe, bin ich immer für die, welche von links nach rechts rennen, um ins Tor zu ballern. Nur bei einer E- oder WM bin ich mal ein kleiner Fan. Ich sage mal, dann bin ich ein Fan-Azubi – höchstens erstes Lehrjahr.

Bei einer Fußballweltmeisterschaft bin ich erst einmal für die europäischen Mannschaften – aus Prinzip. Im Zweifel drücke ich der Mannschaft die Daumen, in deren Land die leckersten Tomaten wachsen. Das gilt auch für das kleine Finale am Samstag!

So gesehen steht das Ergebnis des Endspiels schon heute fest. Es ist eine reine Formsache und findet nur noch für die Fans statt!

Also ruhig Blut allerseits, das Eichhörnchen wird’s richten!