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In Frieden vereint

In Frieden vereint

Frankfurt am Main. Die Frankfurter Börse meldet einen drastischen Preisverfall der Kurse von Schokoladenweihnachtsmännern. Der Kurs ist gestern nach Schließung der Supermärkte plötzlich und unerwartet drastisch eingebrochen.

Die Börsianer reagierten hektisch, futterten ihre letzten Schokoladenweihnachtsmänner auf und versuchten damit eine künstliche Nachfrage zu schaffen. Es hat absolut nichts genutzt. Im nachbörslichen Handel verfiel der Kurs weiter. Die Börsenaufsicht erwägte, den Handel mit Schokoladenweihnachtsmannaktien bis August 2015 auszusetzen.

Mehrere Börsianer versuchten, sich mit den letzten, zerknautschten Schokoladenweihnachtsmännern aus der Börsenkantine das Leben zu nehmen. Dem Tapfersten von ihnen gelang es, nacheinander siebzehn Schokoladenweihnachtsmänner zu verdrücken. Beim Achtzehnten vergaß er, das Silberpapier abzufummeln. Da musste er von der vielen Luft, die er zusammen mit den Hohlkörpern verschluckt hatte, mächtig rülpsen. Die Fensterscheiben der Frankfurter Börse zerbarsten durch den Überdruck. Vom Rückstoß wurde der Börsianer gegen den großen Computer geschleudert. In New York brachen daraufhin sämtliche Kurse ein. Obama war kurz davor, den Notstand auszurufen und den roten Knopf zu drücken. Allerdings befindet er sich im Urlaub und hat gerade mit seiner Michelle … Jedenfalls hat er von dem ganzen Drama nichts mitbekommen. Und ihre Kinder dürfen sowieso keine Schokolade futtern, müssen sich von Grünzeug ernähren. Die flitzen nur heimlich zur nächsten Burgermanufaktur. Man nennt dies Vorbildfunktion. Das ist auch der Grund, weshalb Kanzleramtsminister Altmeier, den amerikanischen Präsidenten nicht leiden kann.

In letzter Sekunde konnten die verfressenen Suizid-Börsianer gerettet und aufs Klo gesetzt werden. Dort verharren sie seit Stunden. Die zu vernehmenden Geräusche geben Anlass zu verhaltener Hoffnung. Die Qualität der Schokoladenweihnachtsmannschokolade ist zum Glück so miserabel, dass die erwarteten Verstopfungen ausblieben. Das plötzliche Hoch des Kurses der Korkenzieher AG war nur von kurzer Dauer. Der BMI der Sitzenden erklomm währenddessen zuckergetriebene Rekordhöhen. Der Dax wurde vor Neid ganz grün im Gesicht. Ein interessanter Nebeneffekt: Die seit Wochen schwächelnde Toilettenpapierindustrie schöpft Hoffnung. Deren Kurse konnten sich überraschend deutlich erholen.

Osterland

Osterland

Trotz der rasanten Talfahrt der Schokoladenweihnachtsmannpapiere verharrt der DAX konstant bei deutlich unter 20.000 Zählern. Unerwartet bekam er von den Schokoladenosterhasen Unterstützung. Die Schokoladenosterhasenindustrie hat sämtliche Restbestände an Schokoladenweihnachtsmännern für einen Apfel (ungespritzte Importware aus Südtirol, ziemlich verschrumpelt und mit zwei fetten Maden) und ein Ei (unbemalt, aus norddeutscher Freilandhaltung) aufgekauft. Während die Schokoladenweihnachtsmänner eingeschmolzen werden, laufen die ersten, vielversprechenden Verhandlungen mit der Regierung der Osterinseln.

Vorsorglich wurden bereits tausend Chartermaschinen für den Transport der Waren gebucht. Die Börsianer sind zuversichtlich, dass ihnen die Pilotenvereinigung ‚Cockpit‘ nicht mit einem Pilotenstreik in der Osterzeit das Geschäft verhagelt. Vorsichtshalber wurden alle Piloten mit Schokoladenosterhasen aus der niederländischen Versuchsproduktion bestochen. Diese Hohlkörper waren übrig geblieben, weil sich der Ersatz von Kakao durch ein Gemisch von Tomaten und Goudakäse am Markt noch nicht durchsetzen konnte. Nun hoffen die Holzpantoffelhelden auf wirkungsvolle Publicity. Im nächsten Schritt wollen sie ihr Produkt an der Börse platzieren. Das niederländische Börsenblatt ‚Schoko-Ei‘ verweist hierzu auf eine namentlich bekannte, halb- bis dreiviertelamtliche Quelle. Deren Glaubwürdigkeit soll angeblich die Zuverlässigkeit der üblichen Quellen der Journaille gewisser Bildergazetten um ein Vielfaches übersteigen.

In einer ersten Reaktion aus dem SPD-geführten Berliner Wirtschaftsministerium wird darauf verwiesen, dass der Minister in einem persönlichen Telefonat mit dem Präsidenten der Osterinseln bereits einen Container Schokoladenosterhasen geordert hat. Damit wäre allerdings das gesamte Budget des Ministeriums für 2015 aufgebraucht. Selbst die Gehaltszahlungen für den stellvertretenden Minister stehen unter Haushaltsvorbehalt.

Das Bundesfinanzministerium mahnt zu Besonnenheit und erklärt, die Einführung einer Osterhasenmaut müsse erst innerhalb der EU abgestimmt werden. Mit massivem Widerstand der Österreicher – von wem auch sonst, es sind immer wieder die üblichen Verdächtigen – muss gerechnet werden. Dagegen beabsichtigt der Bundesverkehrsminister in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsministerium neben einem Gesetzentwurf zur Einführung der Osterhasenmaut auf deutschen Straßen auch ein Verkehrsverbot von Schokoladenosterhasen und -weihnachtsmännern auf deutschen Autobahnen zu erlassen. Man verweist auf die entstehende Rutschgefahr für Gigaliner und Elektropferdegespanne. Dagegen sind die Grünen für freien Verkehr jeglicher Art von Schokoladenhohltieren untereinander und an jedem Ort. Sie wollen notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen.

Rainer Brüderle, Vertreter einer ausgestorbenen, inzwischen völlig unbekannten Spezies, taucht überraschend aus der Versenkung auf und belehrt das Volk hinsichtlich der Nichtzuständigkeit des Menschengerichtshofs für Weihnachtsmänner und verweist auf eigene Erfahrungen. Schließlich mimte er nicht nur bei der Bundestagsweihnachtsfeier den Weihnachtsmann. Die Linken bestehen darauf, dass es ohne UN-Mandat keinen Kampfeinsatz der Osterhasen gegen Schokoladenweihnachtsmänner geben darf. Sie fordern vehement den Einsatz eines Untersuchungsausschusses. Man munkelt hinter vorgehaltener Hand, dass bei der Füllung der Schokoladenosterhasen umdeklarierte russische Billigluft verwendet worden sei. Wladimir persönlich hätte seine Hände im Spiel. Na, wenn das kein Fall für die Kanzlerin wird!

Insgesamt bietet die Nachweihnachtszeit nichts Neues in der deutschen Wirtschaftspolitik. Alles in allem sind die Aussichten für 2015 hervorragend. Und wenn die Kanzlerin aus ihrem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt ist, wird auch wieder regiert.

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