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Silvester-Nachlese

Silvester-Nachlese

Silvester ist vorbei. Die Rauchwolken des Feuerwerks haben sich verzogen. Der eine Kater kriecht ängstlich aus seinem Versteck, der andere ist überstanden. Die Glasmüllcontainer quellen über, die Getränkeindustrie jubiliert und Rollmöpse sind vom Aussterben bedroht.

Das Silvesterprogramm im TV war wieder einmal grauenhaft. Die Übertragung der hauptstädtischen Jubelfeier wurde von den größten Nachtmützen der Nation moderiert. Kreischen, Grölen und Schreien können die gut. Die Musik zwischendurch war …, jedenfalls war sie. Und solch ein alternder Knabe wie David H. passt irgendwie zum Jahresausklang. Wenn der andere David, der David G. ordentlich spielen würde, wäre der Start ins neue Jahr fernsehtechnisch betrachtet gelungen. So fand er einfach nur statt. Mit Schmackes auf eine Stradivari hauen, macht noch keine gute Musik. Schade um das Teil oder hatte er zur Feier des Tages ein Imitat vom Discounter eingepackt?

Nun müssen wir uns erst daran gewöhnen, die Fünf zu schreiben: 2015. Irgendwie ist das jedes Jahr dasselbe Drama. Nur lohnt es sich immer weniger, denn die Jahre werden gefühlt immer kürzer. Wenn das so weitergeht, schreiben wir in Kürze schon 2016, nicht viel später 2117, …

Was bleibt, sind Berge von Müll. Das ist nun Sache der städtischen Betriebe. Das bezahlen wir alle mit. Die Feier war individuell, aufräumen ist Gemeinschaftswerk. Wenigstens gaben die Hinterlassenschaften des Silvesterfeuerwerks ein nettes Fotomotiv beim Spaziergang am sonnigen Neujahrsnachmittag.