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Schatzsucher

Schatzsucher

Neulich war ich mal wieder in Eberswalde. Die Stadt liegt nordöstlich von Berlin am Oder-Havel-Kanal (ursprünglich Hohenzollernkanal; später auch Großschifffahrtskanal oder Großschifffahrtsweg genannt). Dank des Schiffshebewerks in Niederfinow (Einweihung 1934) und künftig auch des neuen Schiffshebewerks (Einweihung noch weit vor dem BER) müssen die Lastkähne nicht mehr die fast unendlich vielen Schleusen des alten Finowkanals, der durch Eberswalde führt, schippern. Schippern ist eher eine etwas forsche Fortbewegungsart. Früher wurden die Kähne getreidelt (dt.: gezogen, abgeschleppt). Schritttempo ist dagegen wie Lichtgeschwindigkeit und Überschall in Einem. Die Breite dieser alten Wasserstraße ist auch mehr für schmale und kurze Kähne geeignet.

Seit einiger Zeit gibt es nahe des Marktplatzes am Finowkanal einen gut ausgebauten Weg am Kanalufer entlang. Die Treidler hätten sich früher solch einen Weg gewünscht. Unter der Brücke, die hinüber zum Leibnitzviertel führt, gibt es hübsche Graffitis. Die Bilder passen gut zu der Wald-, Wiesen- und Wasserstadt Eberswalde. Fehlt nur der gefräßige Löwe, ersatzweise ein Wildschwein.

Frau Tonari hat neulich zu Recht ihren Zeigefinger erhoben, weil ich vergessen hatte, die Eberswalder Spritzkuchen zu erwähnen. Deshalb möchte ich diese leckere Backware jetzt ausdrücklich nennen. Die Bürger der Stadt sind mir mächtig dankbar, dass ich aus bildungs- und liebestechnischen Gründen vor mehreren Jahrzehnten weggezogen bin und nur noch besuchsweise, dafür umso lieber, zurückkehre. Anderenfalls gäbe es heute in den ansässigen Bäckereien noch einen Engpass bei den Eberswalder Spritzkuchen.

In Eberswalde gibt es immer ein Schätzchen zu heben.