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Vorgestern feierte mein Blog den 2. Geburtstag! Vor 2 Jahren erschien der erste von bisher über 550 Artikeln. Es war vorher nicht zu erwarten, dass ich solange durchhalte. Es macht mich ein wenig stolz.

Mit 2 Jahren ist man den Pampers entwachsen. Ich bin froh, diese Dinger nicht mehr zu benötigen. Mit 2 Lebensjahren setzt man sich gefälligst aufs Töpfchen!

Begonnen hat alles mit Fotos für mich ganz allein. Mit meinen Bildern versuche ich Stimmungen einzufangen. Ich spiele mit dem Licht, der Unschärfe, dem Moment. Und dann schrien die Bilder danach, der weiten Welt gezeigt zu werden. Doch welche Galerie …? Das wurde die Geburtsstunde meines Blogs.

Zu jedem Bild gibt es eine kleine Geschichte! Wie oft ist es mir passiert! Ich stehe in einer großen Galerie oder einem Museum vor einem Bild. Ich möchte gerne wissen, welchen Titel es trägt. Da ganz weit unten, 5 cm über meinem dicken Onkel, klebt ein klitzekleines Schild, Schrift Arial 10. Das sieht dann so aus:

Max Mustermann (*1978)
o.T.

Ich bin spontan und ziemlich sauer. Erstens fällt das Bücken, noch mehr das Aufrichten mit zunehmender Zahl an Jahren, mit abnehmender Zahl an Haupthaaren, immer schwerer. Zweitens lässt die Sehkraft mit dem Alter und der Menge an Fettfingerspuren auf der Brille nach. Drittens gibt es so viele Werke mit dem Titel ‚o.T.‘, dass man den Überblick verliert. Also wurde zu jedem meiner Bilder von Anfang an ein kurzer Text geschrieben, der meinen Besuchern das Foto ein wenig näher bringt.

Im Laufe der Zeit wurden die Texte zu den Bildern immer länger. Ich schrieb die Geschichten auf, die ich beim Fotografieren erlebte oder die sich hinter den Motiven verbergen. Und plötzlich gab es die erste Geschichte ohne Bild.

In meinem Kopf schwirren so viele Ideen herum. Die wollen alle heraus! Die Geschichten verselbständigen sich. Es sind Geschichten, die das Leben schreibt, Tag für Tag, an jedem Ort. Seitdem entstehen jede Woche neue Bilder und Geschichten.

Und weil die Ideen nicht versiegen, wächst mein Blog beständig. Regelmäßig fließt ein Stück aus meinem Kopf durch meine Hände dort hinein.

Es sind Bilder für Groß und Klein, Bilder aus Pixeln, Buchstaben und Worten. Sie sind heiter und traurig, ironisch, sarkastisch, mysteriös und magisch, paradox und skurril, überraschend, nachdenklich, manchmal provokativ, …

Etliche zigtausend Besucher hatte ich in diesen 2 Jahren. So viele hat kaum ein Fotokünstler, der für 6 Wochen irgendwo seine Bilder zeigen darf. Ich habe eine ganz persönliche Dauerausstellung, eine die nie unter Raumnot leidet. Eine Ausstellung, in der es nur einen Aufpasser gibt.

Meine Gäste kommen von allen Kontinenten! Europa und Nord- und Südamerika sowie Australien sind sehr gut vertreten. Asien hat etwas Nachholbedarf. Vor allem die Chinesen trauen sich nicht, mich zu besuchen. Die sind doch sonst nicht so zurückhaltend, die tun höchstens schüchtern. Vielleicht haben die meinen Blog schon hundertmal kopiert und müssen gar nicht mehr bei mir zu Besuch kommen. Afrika ist sehr schwach vertreten. Insgesamt spiegelt sich in der Besucherstatistik der Zustand unserer Erde wider.

Selten musste ich eingreifen. Ein Troll hat mich besucht. Es war eine übergewichtige Trollin, die auch auf anderen Blogs ihr Unwesen trieb. Ich habe sie rausgeschmissen – gnadenlos.

Genauso gnadenlos ist meine Freude, wenn ich Kommentare zu meinen Bildern oder Texten lese. Dieses Gespräch mit den Besuchern ist es, das einen Blog ausmacht. Ich habe dadurch nette Menschen kennengelernt, Menschen, die ähnliche oder ganz andere Interessen verfolgen.

Bloggen macht Spaß!

Aber es sind nicht nur die Kommentare. Auch Follows, Likes oder einfach nur der Besuch auf meinem Blog freuen mich. Wegen der Besucher blogge ich schließlich!

Viele Blogs habe ich in den 2 Jahren kennen und schätzen gelernt. Für jeden Follower lege ich mir im Browser ein Lesezeichen an. Kürzlich bin ich alle systematisch durchgegangen. Etwa ein Viertel aller Blogs, die mir folgen, sind eingeschlafen oder gelöscht worden. Schade, da waren wirklich interessante Ideen dabei. Umso stolzer macht mich mein Durchhaltevermögen.

Ich verwende WordPress.com, also die einfachste Variante. Ich bin sehr zufrieden. Trotz der vielen Bilder habe ich gerade erst 10 % der 3 GB an freiem Speicherplatzes belegt. Die einzige Investition ist der Kauf der Werbefreiheit. Neulich stellte ich fest, dass unter meinen Artikeln sogar leicht anstößige Werbung platziert wird. Das muss nicht sein! Aber ich gönne den Machern von WordPress.com diesen Obolus, ist das doch ein wunderbares, einfach zu bedienendes, stabiles Blogsystem! Und ich habe keinerlei Stress mit Installation, Update, …Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt. Öfter bin ich erstaunt, was geändert wurde. Zuletzt gab es eine neue Statistikfunktion. Die Alte finde ich viel besser.

An WordPress.com gefällt mir auch die Verbindung zu Facebook und Twitter. Die Philosophie von Pinterest muss ich noch etwas erforschen. Da bin ich Neuling, habe erst wenig gepostet, brauche noch etwas Zeit.

Ich habe in den 2 Jahren viel gelernt. Natürlich macht man anfangs und später auch ein paar Fehler. Ist das schlimm? Nein, das ist, wie die Mutationen, welche die Evolution in Gang halten.

Es gibt eine Sache, die mir gefällt und gleichzeitig nicht gefällt. Das ist das Theme ‚Chateau‘. Ich verwende es für meinen Blog, weil es mir gefällt. Es ist hell, freundlich anzusehen, übersichtlich, nicht so verspielt, … Aber es gibt so viele andere Blogger, die dies ähnlich sehen, es auch verwenden. Na gut, ich habe mein Headerbild, das einen individuellen Wiedererkennungswert repräsentiert. Neulich suchte ich Abwechslung, ein anderes Theme. Ich fand kein passendes. Also bleibt alles so, wie es ist. Und mir erspart es Arbeit!

Bloggen ist etwas für den Moment. Ältere Artikel, sind ähnlich wie bei Facebook & Co., in den Tiefen des Systems vergraben. Deshalb verweise ich in meinen Texten gerne auf frühere Artikel. Deshalb habe ich mir die Menüpunkte ‚Kurzgeschichten‘ und ‚Bilder‘ angelegt. Hier kann man direkt auf frühere Veröffentlichungen, die Texte, zugreifen. Die besten Fotos sind in Galerien zusammengefasst.

Anfangs habe ich täglich einen Artikel veröffentlicht. Das habe ich nur ein gutes halbes Jahr durchgehalten. Inzwischen pendelt die Veröffentlichungsfrequenz bei 3 – 4 Artikeln pro Woche, davon meistens und am Wochenende ein reiner Textartikel.

Meine Geschichten sind häufig recht lang. Trotzdem ist die Zahl der Besucher und Likes an Tagen mit Textartikeln signifikant höher als an Tagen mit Bilderposts. Vielleicht liegt dies auch am Wochentag der Veröffentlichung.

Wie geht es weiter?

Größere Änderungen sind nicht geplant. Ich habe viele Bilder und Texte in der Pipeline. Die werden nach und nach in den Blog gestellt. Die Menüpunkte ‚Kurzgeschichten‘ und ‚Bilder‘ werden ausgebaut. ‚Angebote‘ für die Besucher werden hinzukommen. Ich denke derzeit über Lesungen, Wohnzimmerlesungen und download-Angebote nach. Bei letzteren wird es sich um pdf-, epub- und mp3-Dateien mit Auszügen meiner Texte handeln. Dabei kommen bereits veröffentlichte, aber auch völlig neue Texte zum Einsatz. Das dient auch der Vorbereitung und Werbung für ein größeres Projekt, an dem ich arbeite. Mehr wird noch nicht verraten.

Die unmittelbare Diskussion mit lokalen Autoren ist mir wichtig. Deshalb beteilige ich mich an der Schreibgruppe „Blaues Haus“ in Frankfurt und am ARS Autoren RheinMain Stammtisch. Das sind interessante Leute und wir haben viele Pläne. Auch darüber werde ich berichten.

Auf ins neue Bloggerjahr!