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Auf der Halbinsel Snæfellsness

Auf der Halbinsel Snæfellsness

Mit Macht wird es bei uns Frühling. Jeden Sonnenstrahl saugen wir gierig auf, die Frühjahrsblüher leuchten und die Knospen an den Zweigen platzen. Trotzdem möchte ich noch ein paar Artikel zum „Island im Winter“ posten.

Auf der Halbinsel Snæfellsness

Auf der Halbinsel Snæfellsness

Das typische Islandwetter macht auch einmal eine Pause. Es sind nur kleine Pausen, die umso schöner sind. Das Leuchten der sonnenbestrahlten winterlichen Landschaft übt auf den Betrachter ganz besondere Reize aus. Mitte Februar ist die dunkle Jahreszeit des polarnahen Landes längst vorüber. Der Tag kämpft tapfer gegen die Nacht und holt unglaublich schnell auf.

Die Fahrt führt uns heute auf die Halbinsel Snæfellsness, die nördlich von Reykjavík liegt. Sie übt zu jeder Jahreszeit auf Besucher eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Man sagt, dass auf dem ganz westlich gelegenen Vulkankrater des Snæfellsjökull der Eingang zu Mittelpunkt der Erde wäre. Jules Verne hat ihm ein literarisches Denkmal gesetzt. Aber so weit geht die heutige Fahrt nicht. An der Raststätte

Pause

Pause

Vegamót Snæfellsnesi machen wir eine Pause, trinken einen Kaffee, besuchen kurz die Keramikabteilung des Bistros. Trotz herrlichstem Sonnenschein an diesem

Pause auf Snæfellsness

Pause auf Snæfellsness

Morgen sieht unser Bus aus, als wenn er aus dem tiefsten Wintersturm kommt. Dann geht es weiter, wir biegen in Richtung Stykkishólmur auf die Straße Nr. 56 ab.

Unterwegs wird uns immer wieder bewusst, dass Island eine geologisch aktive Region ist. Es gibt nur etwa 40 aktive Vulkane auf dieser Insel. Seit 2010 ist der Eyjafjallajökull der bekannteste von ihnen. Er ist aber bei Weitem nicht der größte.

Vulkankrater auf Snæfellsness

Vulkankrater auf Snæfellsness

Und kann man den vielen erloschenen Vulkanen, die mit ihren Kratern weithin sichtbar sind, trauen? Jedenfalls ist selbst die Fahrt über den Pass ein traumhaftes Erlebnis. Im Winter sollte man immer darauf gefasst sein, dass einzelne Passstraßen zeitweise oder länger gesperrt sind. Selbst auf die Ringstraße, die einmal außen um Island herum führt, ist oft nicht Verlass. Die Gefahr, irgendwo festzusitzen, ist groß. Der Wetterbericht ist Pflichtlektüre.

Hafen von Stykkishólmur

Hafen von Stykkishólmur

Stykkishólmur: Eine kleine Stadt, für isländische Verhältnisse fast schon Großstadt, mit knapp 1100 Einwohnern, direkt am Breiðarfjorður, dem Breiten Fjord gelegen, ist ein hübsches Städtchen. Besonders beeindruckend ist der Hafen. Er wird vom Fjord durch eine hohe Felseninsel mit niedlichem Leuchtturm oben drauf geschützt. Was für ein bombastisches Wetter ist heute. Die Farben sind einfach wundervoll! Und es ist Ebbe. Weshalb das wichtig und gut ist, werden wir auf der Fahrt sehen.

Unser Schiff steht bereit. Die Mannschaft erwartet uns schon. Wie verrückt muss man sein, mitten im isländischen Winter auf dem Breiðarfjorður eine Schiffstour zu unternehmen! Viel Verrücktheit gehört nicht dazu. Nur diese unendliche Begeisterung für dieses Wahnsinnsland! Und es kommt heute noch schlimmer. Heute werde ich Dinge essen, die ich zu Hause nicht einmal anschauen würde. Ich lebe immer noch! Dazu im übernächsten Artikel mehr.

Fähre zu den Westfjorden

Fähre zu den Westfjorden

Im Hafen steht die Fähre bereit, die über den Breiðarfjorður hin zu den traumhaften Westfjorden fährt. Im Winter fährt sie einmal am Tage, im Sommer zweimal. Island ist ein extremes Land. Die Westfjorde sind noch extremer, Natur pur und kaum bewohnt! Und, sie sind damit für den Kenner der schönste Flecken Islands! Im Winter zu den Westfjorden: Na ja, sage ich mal, das muss vielleicht nicht unbedingt sein. Mein Traum ist es, im Sommer dorthin zu reisen, ein paar Tage länger als 2012, bei meinem ersten Besuch dort drüben. Dann liege ich wieder oben auf der bis zu 400 m hohen Felsklippe Látrabjarg, ganz am Rand und plaudere in aller Ruhe mit den Puffins. Aber jetzt ist Winter und die Puffins sind nicht zu Hause.

Schiff auf dem Breiðarfjorður

Schiff auf dem Breiðarfjorður

Das Schiff ist für eine Fahrt auf dem Meer gut gerüstet. Sogar Rettungsinseln gibt es. Braucht es eigentlich nicht, es macht einen soliden Eindruck. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Annalara, unsere Reiseleiterin, schaut dem Käpt’n auf die Finger, dass er ja nicht den Kurs verfehlt! Ab geht die Post! Nein, ab geht der Kahn, raus auf den Hafen, rein in den Fjord, mitten zwischen die vielen vor Stykkishólmur liegenden Inseln, hinein in die stiefelartige Seitenfjord Hvannsfjörður.

Blick nach Stykkishólmur

Blick nach Stykkishólmur

Die Auslöser der Kameras glühen. Vor jeder dieser vielen Inseln, die wir passieren, klicken sie im Takt zu den Schnäbeln der Seevögel. Die Sonne scheint, eine leichte Brise geht und langsam werden die Finger kalt. Da hilft eine Tasse Kaffee und – Trara – ein Teller heiße Fisch-, Gemüse- oder Fleischsuppe. Ja, Suppe kochen, das können sie, die Isländer. Suppe mit viel saftigem, zartem Lammfleisch! Lecker ist einfach untertrieben!