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Cornelia F. Ch. Heier: L I E B E

Cornelia F. Ch. Heier: L I E B E

Kunst im öffentlichen Raum liegt mir sehr am Herzen. Sie hat so etwas Unkommerzielles, Persönliches, Konkretes, Individuelles, Vergängliches, … Sie lädt ein zum Innehalten, Nachdenken, Wundern und Staunen, Vorüber- und Weitergehen. Sie wird nicht erklärt, sie erklärt sich selbst oder auch nicht. Man kann kommen, wann man möchte. Manchmal muss man sie suchen. Oft ist ihre Entdeckung ein Zufall, ein ganz persönlicher Erfolg. Sie nimmt es nicht übel, wenn man mehrmals hinschaut oder sie übersieht. Und: Sie ist nicht elitär. Selbst der ärmste Schlucker kann sie in sich aufnehmen, vielleicht sein Bier daneben trinken, sie anschauen, nachdenken, sie ignorieren, sich ausruhen, an den Baum nebenan pinkeln.

Gibt es Kunst, die demokratischer ist?

Und doch: Etwas elitär ist sie schon. Ich befürchte, je größer das Konto, je teurer die Bilder an der Wohnzimmerwand, desto geringer das Interesse an öffentlicher Kunst – manchmal wenigstens. Ihr zu entgehen ist schwer, vielleicht unmöglich!

Ohne Kunst im öffentlichen Raum wären wir ärmer.

Was ist Kunst im öffentlichen Raum? Das ist die erste Frage, die man sich stellen muss. Und was ist sie nicht?

Der Begriff „Kunst im öffentlichen Raum“ fasst alle Kunstwerke in Parks, auf Straßen und Plätzen, an Wegen, auf Brücken, an Gebäuden, … zusammen. Es sind Skulpturen, Bilder, Installationen, Brunnen, Projekte, Denkmale und Gedenkstätten, Aktionen, Performances und vieles andere. Es ist Kunst für uns alle. Manche Künstler geben sich nicht einmal zu erkennen (z. B. Banksy). Oft ist sie provokativ, übermittelt gesellschaftskritische Botschaften, regt zum Denken oder Gedenken an. Sie ist legal, geduldet oder illegal. Oft wird auch der Begriff Streetart verwendet.

Kunst im öffentlichen Raum ist keine Konkurrenz zu Museen, Theatern, Galerien usw. Sie ist Teil unseres Lebens, entsteht, existiert, wird gesehen und übersehen, funktioniert, tröstet, macht Mut, macht Spaß und vergeht.

Kürzlich fand an der LIEBE in Frankfurt eine Gesprächsrunde zu Kunst im öffentlichen Raum statt. Die Frankfurter Künstlerin Cornelia F. Ch. Heier hatte eingeladen. Ihre Skulptur LIEBE steht jetzt schon das dritte Jahr an der Friedberger Anlage am Übergang zur Obermain Anlage Nähe Allerheiligentor.

Die LIEBE ist ein herrlicher Ort zum Kunstgespräch, dem Gespräch über Kunst im öffentlichen Raum. Sie selbst ist ja Kunst im öffentlichen Raum. In der Diskussion wurden viele Aspekte angerissen. Dieses Thema ist unerschöpflich. Demzufolge gab es kein Fazit. Jeder ist letztendlich mit vielen alten und neuen Gedanken heimgegangen.

Jeder soll die Kunst machen, zeigen, anschauen, kaufen, ignorieren, die ihm beliebt, die er mag. Ich denke, dass es wichtig ist, eine Meinung zu artikulieren, Grenzen und Linien zu ziehen. Die Gesellschaft entwickelt sich so schnell. Kunst im öffentlichen Raum, die demokratischste aller Künste, muss die ihr zustehende Achtung, Beachtung und Würdigung finden.

In loser Folge werde ich in nächster Zeit Objekte öffentlicher Kunst vorstellen. Es werden Objekte sein, die mir irgendwann „über den Weg gelaufen“ sind. Beginnen werde ich – natürlich – mit der LIEBE. Einige habe ich in der Vergangenheit bereits gezeigt. Sie sind hier im Blog unter der Kategorie StreetArt zu finden.