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Volle Kraft

Volle Kraft

Ja, ich weiß es! Wir haben Frühling, einen dicken, fetten Frühling. Da berichtet man doch nicht aus dem tiefen Winter! Aber wir befinden uns gerade mitten auf dem Breiðafjörður, dem breiten Fjord, der die Halbinsel Snæfellsnes von den Westfjorden trennt.

Damit wir nicht mitten auf dem Fjord Übersommern müssen, setzen wir die Fahrt noch ein wenig fort, um in dem kleinen Küstenort Stykkishólmur wieder an Land zu gehen. Im nächsten Island-Post geht es dann um Dinge, die jahreszeitlich neutral sind, die man genauso im Sommer erleben und vor allem genießen kann. Aber anschließend … Danach macht der Bericht über den isländischen Winter eine Pause, mindestens bis zum Herbst. Bis dahin gebe ich mich der aktuellen Jahreszeit hin.

Inselwelt

Inselwelt

Wir setzen unsere Schiffsreise im Fjord, mitten zwischen den vielen vor Stykkishólmur liegenden Inseln, in dem stiefelförmigen Seitenfjord Hvannsfjörður fort. Links und rechts bewegen sich langsam mittlere, kleine und ganz kleine Inseln vorbei. Sie sind unbewohnt, zumindest von Menschen unbewohnt. Wir sehen viele Vögel.

Bergschafe

Bergschafe

Auf einer Insel laufen Schafe auf einem hohen Berg. Denen scheint das raue Klima nichts auszumachen. Trotzdem genießen sie, wie wir auch, das schöne Sonnenwetter. Bestimmt lauert hinter der nächsten Insel ein neues Islandtief. Die Schafe lachen bestimmt drüber, haben sie doch ein dickes, flauschiges Fell. Unter dem Schnee finden sie genügend Gras vom letzten Jahr. Vielleich mögen sie auch Moos. Davon findet man hier viel.

Inselwelt

Inselwelt

Der Anblick der vielen Inseln ist grandios. Jede ist anders, einzigartig, ein Teil unberührter rauer Natur. Wir sind bei Ebbe unterwegs. Der Tidenhub beträgt bis zu sechs Meter. Man sieht dies an den unteren, dunklen Rändern der Inseln. Zwischen einigen Inseln entsteht bei einsetzender Ebbe regelrechter ein Wasserfall. Es gibt sogar Pläne, Gezeitenkraftwerke zu errichten. Abe diese Pläne schlummern in irgendwelchen Schubladen, denn Energiemangel kennt man in Island nicht.

Inselklippen

Inselklippen

Die Inseln bestehen größtenteils aus Basalt. An vielen Stellen sind die riesigen meist secheckigen Basaltsäulen zu sehen. Diese entstehen, wenn die Lava sehr langsam erkaltet und Kristalle bildet. Basalt ist sehr hart und zeigt wenig Erosion. Anderes Gestein, das zwischen dem Basalt liegt, verwittert, sodass sehr zerklüftete Gebilde entstehen. Mit dem Schiff können wir sehr dicht an die Inseln heranfahren. Sie gehen steil weit in die Tiefe.

eingeklemmt

eingeklemmt

Einer Sage nach, hat ein Riese aus Wut einen Stein geworfen. Der hat sein Ziel verfehlt und sich zwischen zwei Basaltfelsen verklemmt.

Inselhöhle

Inselhöhle

An einer anderen Insel kommt bei Ebbe eine große Höhle zutage.

Auf dem Fjord, auf den Inseln leben viele Seevögel. Im Sommer beobachtet mal über 40 unterschiedliche Arten, unter anderem auch den possierlichen Papageitaucher (Puffin). Auf unserer Reise begegnen uns

Seevogel

Seevogel

Möwen, Enten, Gänse und – TrariTrara – zwei Seeadler. Die sitzen auf einer hohen Insel und lassen sich von unserem Schiff, das bis auf etwa 30 Meter an den Rand der Insel heranfährt, überhaupt nicht beeindrucken.

Seeadler

Seeadler

Stoisch schauen sie zu uns herunter, so als würden sie denken:

„Was wollt ihr denn hier?“

Mitten auf dem Fjord Hvannsfjörður wirft die Besatzung

Meeresfrüchte

Meeresfrüchte

ein kleines Netz aus. Schon nach zehn Minuten ziehen sie es wieder rauf. Es voll bis an den Rand. Seesterne, Krabben, Muscheln und viele andere Seelebewesen wurden aus den eisigkalten Wasser herausgezogen. Die Passagiere staunen über die vielen unterschiedlichen Meeresfrüchte.

Meeresfrüchte

Meeresfrüchte

Mit gekonntem Griff öffnen Besatzungsmitglieder ein paar Muscheln und reichen sie zum Verzehr. Nach kurzer Zeit kommen die Lebewesen wieder in ihr heimisches Element zurück.

Unter Deck wird Suppe serviert. Die Isländer sind für ihre wunderbaren Suppen bekannt. Die Fleischsuppe, natürlich mit reichlich Lamm gekocht, schmeckt einfach köstlich. Aber auch die Gemüsesuppe und die Fischsuppe finden ihre Abnehmer. Mit einer warmen Suppe im Bauch lässt es sich wieder eine Weile oben auf dem Deck aushalten. Trotz des schönen Wetters ist es auf dem Fjord windig und kalt.

Blick nach Stykkishólmur

Blick nach Stykkishólmur

Nach mehreren Stunden nähert sich unser Schiff wieder dem Heimathafen in Stykkishólmur. Eine schöne, erlebnisreiche Fahrt auf dem winterlichen Fjord ist zu Ende.