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Mit Bart

Mit Bart

Am vorletzten Wochenende lud die Messe in Erfurt zu einer Alpaka-Schau mit Tierausstellung, Präsentation und Preisverleihung, Verkaufsständen, Treckerausstellung, Fressbuden, … ein. Natürlich gibt es für die Alpakas und ihre Züchter einen Verband, den AAeV (ALPACA Association e.V.). Das ist so etwas wie der ADAC, nur eben für Alpakas, nicht für Autos. Der hat das ganze Spektakel organisiert.

Mein Lieblingsfan war schon im Vorfeld ganz wuschelig, peilte dauernd auf den Sack mit der Wolle vom Alpaka. Die wurde bereits vor ein paar Wochen besorgt. Wenn die Gartenarbeit alle ist, wird die Wolle versponnen und verstrickt. Alpakawolle ist ungefähr das Kuscheligste, was mir je über den Weg gelaufen ist. Die Wolle ist roh, so, wie sie vom Tier kommt, riecht überhaupt nicht nach Stall und ist nicht so fettig wie Schafwolle! Sie kann größtenteils unkardiert versponnen werden. Natürlich wird sie irgendwann vor dem Stricken vorsichtig gewaschen.

So, jetzt habe ich alle meine Kenntnisse vom Spinnen, Wolle spinnen, verbraucht, also genug gesponnen. Die eigentliche Arbeit werde ich dann beratend begleiten. Wenn das Spinnrad surrt, kann ich wunderbar an meinen Geschichten schreiben. Wer jetzt sagt, das wäre auch „Spinnen“, fühle sich von mir mit grimmigem Blick angeschaut. Obwohl, so ganz unrecht, …

Alpakas gibt es in vielen Farben, angefangen bei Schwarz, über Braun, Grau, Beige fast bis zu Weiß. Oft sind sie gescheckt, haben auf dem Körper kleine andersfarbige Tupfen. Auch mehrfarbige Tiere gibt es. Eine Sorte, Suri genannt, hat strähniges, teilweise bis zum Boden reichendes Fell. An den Verkaufsständen lagen auch Socken, Pudelmützen, Pullover, … in Grün und Rot herum. Das kommt bestimmt von bösartigen Mutationen oder versehentlich abgestellten Eimern mit Farbe.

Alpakas sind Herdentiere. Sie stehen oft eng beieinander, kuscheln, suchen engen Körperkontakt, so als wären sie allerbeste Freunde. Das gefällt mir, das sollte Schule machen, weltweit. Sie erinnerten mich irgendwie an Teddybären, an meinen Teddy, den von damals als ich noch klein, lieb und ungeküsst war.

Von den Besuchern der Messe ließen sich die Alpakas überhaupt nicht beeindrucken. Höchstens wenn mal einer mit Hund vorbeikam. Interessanterweise hatten die Hunde deutliche Ähnlichkeiten mit den Alpakas, nur dass sie kleiner und nicht so kuschelig waren. Lief ein Züchter mit einem anderen Alpaka am Gatter vorbei, vielleicht sogar mit einem Hengst, dann waren sie natürlich total aufgeregt, bewegten sich schneller als in Zeitlupe und würden am liebsten … Sie können auch schneller als Zeitlupe. Sie flitzen regelrecht, sodass die Züchter zu tun hatten, ein Tier zu führen. Ihr aufgeregter Gang erinnert an ein ungeduldiges Trippeln.

Bei der Begutachtung durch einen Ober-Alpakabegutachter, einem der extra aus Amerika angereist war, ließen die Tiere alles stoisch über sich ergehen. Selbst als dieser Onkel den Hengsten klammheimlich den Schwanz hochhob und die darunterliegenden Kostbarkeiten begutachtete, haben sie nicht einmal gewiehert. Vielleicht hat dieser Spanner insgeheim neidvoll gewiehert? Ihr Wiehern, das der Alpakas, ist eher ein ganz leises Meckern, dem eines Schafes nicht ganz unähnlich, nur leiser und viel kuscheliger.

Wenige klitzekleine Probleme verhinderten, dass jetzt ein paar Alpakas bei mir zu Hause wohnen: Die Frage der Unterbringung, Versorgung und Pflege sowie der Preis. Letzterer: Au Backe, mein Auto als Gegenwert, es ist gut in Schuss, hat sogar schon Winterreifen drauf, hätte bei Weitem nicht gereicht. Kuschelichkeit hat eben ihren Preis! Ehemänner kennen das.

Weil Alpakas so wundervolle Tiere sind, hier noch ein paar Bilder der Hauptakteure der Schau: