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Hin und wieder fahre auch ich mit der Straßenbahn. Viel lieber nehme ich die U-Bahn, aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden, die Tram zu nehmen.

Die Fahrt mit der Straßenbahn wird von Jahr zu Jahr teurer. Gegenwärtig zahlt man in Frankfurt 2,75 € für einen Einzelfahrschein. Als Gelegenheitsfahrer habe ich keine Alternative. Oder doch?

Ich führe eine Strichliste – einfach und praktisch, nicht so kompliziert in der Bedienung, wie diese verrückten Automaten. Inzwischen bin genau 22 Mal mit der Straßenbahn gefahren, elfmal hin, elfmal zurück. Das macht 60,50 €, die ich investiert habe. Zufußgehen wäre preiswerter, brächte weniger Verspätungen und Ärger und wäre meiner Fitness und Gesundheit förderlich. Doch die Bequemlichkeit und abends nach dem Job und überhaupt und bequemer und sowieso und das Wetter und die schwere Tasche und alle anderen Ausreden dieser Welt. Worüber sollte ich schreiben, ginge ich dauernd nur zu Fuß?

Kein einziges Mal wurde mein Fahrschein kontrolliert. Wenn man bedenkt, dass die Strafe bei 60 € liegt … Sollte ich künftig … Dann heißt es garantiert schon bei der nächsten Fahrt
„Die Fahrscheine bitte …“ Oh, wäre es mir peinlich, erwischt zu werden. Rein statistisch gesehen, könnte es sich lohnen, zu beschei…! Nein, ich bin ein ehrlicher Mensch, meistens jedenfalls.

Wer weiß, wie teuer eine Fahrt im kommenden oder übernächsten Jahr sein wird. Irgendwann ist die Rendite beim Schwarzfahren so hoch, dass Straßenbahnfahren eine famose Geldanlage sein wird. Spätestens dann, wenn die Banker in großem Maßstab ihre schwarzen Limousinen verhökern und auf die Straßenbahn umsteigen, … Dann werde ich reich!
„Hey Chef, wir müssen reden! … Ach nee, lass gut sein. Ich schick dir ‘ne Karte aus dem Urlaub.“

Nein, Freunde werden wir nicht, die Straßenbahn und ich.