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Hin und wieder fahre auch ich mit der Straßenbahn. Viel lieber nehme ich die U-Bahn, aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden, die Tram zu nehmen.

Hinkommen ist das Eine. Ich muss irgendwann auch wieder zurück nach Hause. Da hoffe ich natürlich noch mehr, dass die Verbindung klappt.

Mittwochabend, es regnet Strippen und ich bin etwas geschafft vom langen Tag. Gleich wird sie kommen, die Straßenbahn. Ein Ticket habe ich gezogen. Es kann kaum noch etwas schiefgehen. Na gut, noch ist sie nicht hier, die Straßenbahn, noch ist sie nicht an meiner Zielstation angekommen. Es gibt ein Wartehäuschen. Das schützt vor Regen, weniger vor diesem fiesen Wind.

„Genaugenommen müsste die Tram doch längst hier sein! Wo bleibt die? Jetzt ist doch nichts mehr los! Der Berufsverkehr ist längst vorbei. Fußballspiel, Volksfest und Demo sind auch nicht avisiert. Ich begebe mich in den Regen, versuche, die Abfahrtszeiten zu checken. Es ist dunkel, mein Handy beleuchtet den Fahrplan nur schwach. Regentropfen setzen sich frech auf die Brillengläser. Mindestens eine Bahn ist ausgefallen, das steht fest. Hoffentlich kommt wenigstens die Nächste!

Die übernächste, oder ist es schon die verfrühte überübernächste Straßenbahn, nimmt mich mit. Ich hatte schon begonnen, über Alternativen nachzudenken. Zu Fuß nach Hause zu traben, entfällt. Es regnet und in einer Stunde werde ich das nicht schaffen, eher knappe eineinhalb Stunden wird es dauern. Ein Taxi bestellen? Das Straßenbahnticket rechnen die garantiert nicht auf den Fahrtpreis an. Doch nun ist sie da. Ich steige ein, träume vor mich hin, vergesse das Aussteigen, laufe diese eine verflixte Station zurück und bin mit knapp einer Stunde Verspätung endlich zu Hause. Der Regen hat aufgehört.

Nein, Freunde werden wir nicht, die Straßenbahn und ich.