Schlagwörter

, , , , ,

Adonisröschen

Adonisröschen

Es ist jedes Jahr dasselbe. Ende April geht es los. Es beginnt mit einem Zucken im Auslösefinger, dann checke ich den Wetterbericht, gehe schon einmal in Gedanken den Weg entlang, freue mich darauf: Eine Fototour rund um die Burg Gleichen. Die steht, genau wie ihre beiden Schwestern, nahe der Autobahn A4 zwischen Gotha und Erfurt. Die sehen alles anders als gleich aus. Irgendwann in ferner Vergangenheit schlug gleichzeitig in die drei Burgen ein Kugelblitz ein und die brannten wie drei gleiche Fackeln. Zwei der Burgen sind heute nur Ruinen, die Wachsenburg ist wieder aufgebaut worden und beherbergt ein Hotel.

Unterhalb der Burg Gleichen sind sogenannte Badlands. Das sind verwitternde Gestein- und offene Tonböden. Durch Wasser und Wind erodiert die Landschaft sehr stark und es entstehen die typischen Oberflächenformen von Berg und Tal. Die Böden sind sehr karg und kalkhaltig.

Auf den Badlands und den kargen Wiesen daneben gedeihen Massen von Adonisröschen. Es ist eine Pracht, die sich dem Auge bietet. Dieser wundervolle Anblick gibt Kraft. Jedes Jahr pilgere ich um die Burg, genieße dieses Naturwunder und fotografiere diese Blumen. Ja, schon letztes Jahr, vorletztes, vorvorletztes, … Jahr habe ich viele Fotos gemacht. Und dieses Jahr zuckte es in meinem Finger wieder wie verrückt. Es macht einfach Spaß diese wunderschönen Blüten zu fotografieren. Sie haben mich flachgelegt, damit ich ihnen direkt ins Antlitz schauen konnte. Nun sage noch jemand „Fotografieren ist kein Sport!“. Und wer die Landschaft sieht, weiß, dass man beim Laufen um die Burg, über die Badlands schnell ins Schwitzen kommt.

Es war nicht das letzte Mal, dass ich diesen Weg in diesem Jahr gegangen bin. Nach den Adonisröschen kommen andere Schätze zum Vorschein.