Schlagwörter

,

Was habe ich nur getan, dass mir der Computergott solch einen Schrecken einjagen muss? Ich lächele mein Notebook immer an, streichele es ganz lieb, wenn ich es einschalte, sage nie ein böses Wort zu ihm, selbst, wenn mal etwas nicht so läuft, wie von mir erwartet. Und nun das!

Alles sieht zuerst so aus, wie immer. Das Notebook startet gemütlich vor sich hin, es scheint die Ruhe wegzuhaben. Doch dann poppt eine Fehlermeldung hoch. Irgendeine EXE-Datei kann nicht gestartet werden. Ich soll doch im Internet nach einer Anwendung suchen, welche dieses Programm bedient.
„Hä? Eine EXE-Datei muss doch von alleine loslaufen! Wozu habe ich Windows auf meinem Computer!“ Ich bin noch am Denken, da poppt die nächste, übernächste, … derartige Meldung hoch. Nach etwa der dreißigsten Meldung ist Schluss. Ich habe sie alle weggeklickt. Was soll das?

Alle Icons auf dem Desktop sind plötzlich weiß. Der erfahrene Computerbenutzer startet in solch einem Moment das Maschinchen noch einmal durch.
„Da sitzt irgendwo bestimmt ein Bit quer in der Leitung“, überlege ich.

Am Abend zuvor hat der Rechner ein Microsoft-Update gezogen: Das übliche Update, das monatlich ankommt. Am Mittag, als ich kurz in meine Mailbox schaute, lief das Gerät ganz normal. Und nun macht es solche Sperenzien!

Das gleiche Spiel geht nach dem Neustart von vorne los.
„Oh Gott! Was soll ich denn nun tun?“ Auf dem Rechner befinden sich alle meine Schätze! Ja, ich mache regelmäßig eine Datensicherung. Regelmäßig heißt, alle paar Wochen. Aber was nützt die allerneueste Datensicherung, wenn diese verdammte Mühle nicht läuft! Jetzt brauche ich erst einmal einen kräftigen Kräutertee – zur Beruhigung. Kaffee, Bier oder Schnaps wären jetzt kontraproduktiv.

Noch während das Teewasser im Wasserkocher heiß wird, bemerke ich, dass Firefox noch funktioniert. Ist das keine EXE-Datei? Jedenfalls gebe ich als erstes „Exe startet nicht“ in diese berühmte Suchmaschine ein. Microsoft scheint das Problem zu kennen und steht ganz oben in der Liste. Es ist wohl etwas, das gerne mal auftritt? Jedenfalls bietet Microsoft sogar eine msi-Datei an, die das Problem automatisch behebt. Notfalls könne man die Reparatur auch selbst in der Registry vornehmen.
„Also Feuer!“, befehle ich mir und während der Download läuft, brühte ich den Tee auf. Vorher hänge ich noch einen Extra-Beutel Pfefferminztee zu den anderen Teebeuteln in die Kanne. Dann starte ich das heruntergeladene Programm. Eine Minute später soll ich den Rechner neu starten.

„Oh Wunder! Es funktionuckelt wieder!“ So viele Steine sind mir noch nie auf einmal vom Herzen gerutscht!

Der nächste Schritt ist die Aktualisierung des Virenscanners. Der ist allerdings so gut wie aktuell, also mit den Antivirendateien vom Vortag. Dann läuft dieser los. Nach etwa eineinhalb Stunden wird er fündig. Neun Viren, alle im Java-Verzeichnis wohnend, wurden in Quarantäne gestellt. Noch ein paar Warnungen, das Übliche. Mindestens 5 Stunden dauert der Virencheck. Sage und schreibe 1,5 Millionen Dateien liegen auf meinem PC. Mit dieser Menge hätte ich nicht gerechnet. Dabei habe ich doch nur die üblichen Standardprogramme sowie ein paar Bildbearbeitungsprogramme (Lightroom, etc.) drauf. Wo kommt der ganze Kram nur her?

Ich checke den PC dann noch mit ein paar anderen Programmen, den bekannten. Es ist nichts Verdächtiges drauf. Jetzt läuft er wieder „normal“, was man so „normal“ nennt oder was der Laie als „normal“ bezeichnet. Jedenfalls bin ich heilfroh, dass das Notebook wieder läuft.

Was war passiert? So genau weiß ich das natürlich nicht. Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Aber das sagen ja bekanntlich alle! Klar, ich surfe gerne mal ein wenig herum. WordPress, Facebook, YouTube und viele andere liefern genügend Stoff. Beim Öffnen von E-Mails und erst Recht Anhängen bin ich extrem vorsichtig. Dass irgendwo etwas Verseuchtes drunter war, habe ich nicht bemerkt. Ich habe keinen Schimmer davon, wo das passiert sein könnte. Und dass mein Virenscanner nicht Alarm geschlagen hat, wundert mich auch. Bestimmt war Obama bei mir zu Besuch. Und da haben die Jungs von der NSA erst einmal aufgeräumt, gründlich gefegt und die Gullideckel zugeschweißt. Dabei sind sie wohl versehentlich an irgendeinen Ausschalter gekommen.

Jetzt werden einige Superschlaue natürlich empfehlen, künftig nicht auf den einschlägigen, gerne etwas schlüpfrigen Seiten herum zu klicken.
„Leute, erstens bin ich so schlau selbst und zweitens, halte ich mich davon fern. Ich bin ja nicht blöd! Solche Tipps brauche ich nicht.“

Ich berichte von dieser Geschichte zur Warnung an die Menschheit! Macht immer schön eure Datensicherung. Auch wenn das furchtbar lästig ist. Man weiß nie, was in der nächsten Sekunde passiert!