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Dies ist eine Leseprobe aus meinem Projekt „Fräulein Pimpernell“, dessen Premiere am 29. April 2017 in der Gasstätte „Grüne Soße und Mehr“  bei der „7-Kräuter-Lesung“ der Autorengruppe ARS Autoren RheinMain Szene e.V. in Frankfurt-Oberrad stattfinden wird. Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert und befindet sich derzeit in der Phase der Überarbeitung.

Pimpinelle

Pimpinelle

Eines Nachts wollten zwei Gauner dem Fräulein einen ungebetenen Besuch abstatten. Fräulein Pimpernell lag in ihrem Bett und schlief. Die beiden Ganoven schlichen, die zugegebenermaßen morsche Treppe zum Obergeschoss hoch. Nur wenige Lichtstrahlen vom Mond wiesen ihnen den Weg nach oben. Dort wiegte sich das Fräulein in Träumen. Sie erreichten beinahe das Ende der Treppe, da knallte die offene Haustür zu und keinen Augenblick später schlugen gleich mehrere Fensterläden krachend gegen die Hauswand. Die Beiden bekamen einen großen Schreck und hielten einen Augenblick ängstlich inne. Just in diesem Moment brach die Treppe zusammen. Mit einem riesigen Schrei, Fräulein Pimpernell war von dem Lärm erwacht, landeten die Gauner im Erdgeschoß schmerzvoll auf ihren Hintern. Sicher ging dieser Sturz nicht ohne Verletzungen ab. Doch sie selbst wagten nicht, auch nur einen Mucks von sich zu geben. Dieser Aufschrei vom Fräulein war so markerschütternd, dass sich die Beiden nicht zu regen getrauten. Adam Moritz, der ob seines morgigen Arbeitsanfalls nicht schlafen konnte, kam zu Hilfe und verhaftete die Eindringlinge. Sein flatterndes Nachtgewand schreckte die Gauner völlig ab. Im fahlen Licht des Mondes glich er einem Gespenst. Sie leisteten keinerlei Widerstand, fluchten lautstark und durften den Rest der Nacht sowie noch weitere Nächte im Gefängnisverlies im tiefsten Keller des Gemeindehauses verbringen. Fräulein Pimpernell hatte sich währenddessen unter ihren Decken verkrochen, verlies ihr Versteck nur zweimal, angstvoll zitternd, um den Topf, der unterm Bett stand, zu füllen. Sie war sicher, Knuth Wedderich hatte besonders heftig gespenstert und ihr dadurch das Leben gerettet. Ja, wahre Liebe geht über den Tod hinaus! Erst weit nach Sonnenaufgang getraute sich das Fräulein unter ihren schützenden Decken hervor. Beinahe wäre sie mit dem vollen Topf in der Hand die nicht mehr vorhandene Treppe hinuntergestürzt. Adam Moritz konnte ihr nicht helfen, er hatte zu tun. So wartete sie bis zu seiner Heimkehr, rief ihm aus dem Dachfenster ihren Gruß zu und bat, gerettet zu werden. Diese Einladung musste Fräulein Pimpernell nicht wiederholen. Auch Adam hatte eine besondere Zuwendung nötig und das Bett von Fräulein Pimpernell war doch so schön warm. Heute konnte sie ihre alte fellbezogene Wärmflasche jedoch nicht mit heißem Wasser aus dem Topf vom Herd ihrer Küche im Erdgeschoss füllen.

Wenige Tage später hatte sie eine, wenn auch provisorische, so doch reparierte Treppe zu ihrem Obergeschoss. Adam brachte seine alte Leiter zurück in den Hühnerstall.

Bleiben die Fragen:

Wer ist Knut Wedderich? Welcher Profession geht Adam Moritz nach? Was hat diese Szene, insbesondere auch das Fräulein Pimpernell, mit der „Frankfurter Grünen Soße“ zu tun?

Die Antworten werden bei der oben erwähnten Lesung geliefert. Nachlesen kann man sie in der Mitte des Jahres erscheinenden 2. (erweiterten) Auflage meines Buches „Lieblich bis Zartbitter“.

 

Foto: pixabay.com