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Beim Autofahren hörte ich kürzlich den Titel „Benjamin“ von Anna Depenbusch. Darin gibt es die Textstelle:

„Wer hat denn dieses Haus aus Pappmasché gebaut?“

Nebenan

Nebenan

Ursache ihrer Klage sind die nächtlichen Aktivitäten ihres Ex-Freundes Benjamin in der Nachbarwohnung. Genervt zieht sie sich auf den Balkon zurück und schläft auf dem Beton unterm Himmelszelt, bis sie selbst mit ihrem Neuen namens Jan den Nachbarn „beglückt“.

Sofort fühlte ich mich an meinen neuesten Text erinnert. Das „Problemkind“ spielt in Barcelona. Die Protagonisten wohnen in einem Hotel mit Wänden aus Gipskarton und erleben mit ihren Zimmernachbarn ein ähnliches nächtliches Inferno:

… Instinktiv greift Ilona Robertos Oberarm. Sind es die Laute oder Ilonas Griff, die ihn aufwecken? Augenblicklich ist ihr klar, da benötigt niemand Hilfe. Jedes Hilfsangebot würde dieses Gemetzel, diese liebliche Zweisamkeit, dieses finale Glück der Nachbarn stören. Sie sollte nicht so viele Krimis schauen.

„Was ist?“ Umständlich erklärt Ilona die Lage, ihre Einbildung, jemand würde Hilfe erwarten. Sie ärgert sich über die dünnen Wände in diesem Hotel.

„Hier kann doch jeder jeden hören, jeden Mucks, jeden noch so leisen Pups!“

„Komm!“ Mehr sagt Roberto nicht. …

Schafe zählen

Vor etwa zehn Jahren wohnte ich selbst in einem Hotel in Barcelona. Es war eine sehr geschmackvoll eingerichtete Herberge. Nur an den Wänden zwischen den Zimmern hatte man gespart, lediglich dünne Gipskartonwände montiert. Im Gegensatz zu mir schliefen die Zimmernachbarn laut und gut. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen ähnlich lauten Schnarcher erlebt zu haben. Decke über den Kopf ziehen, ging nicht, erstens war die nur lakendünn und zweitens war die Hitze auch ohne Decke unerträglich ­– Barcelona eben.

ARS

ARS

Die Geschichte entstand für ein Gemeinschaftsprojekt (Anthologie) unserer Autorengruppe ARS Autoren RheinMain Szene e.V.