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Spinne - (c) pixabay.com

Spinne – (c) pixabay.com

Nachdem uns die Hitzewelle aus ihrem Würgegriff entlassen hat, die Tage und Nächte etwas kühler werden, krabbeln vermehrt Spinnen in unsere Wohnung. Gestern erblickte mein Lieblingsfan solch ein langbeiniges Exemplar. Sofort wurde es eingefangen (Glas drüber) und in die Freiheit entlassen (Pappe drunter und rausgetragen).

In diesem Zusammenhang fiel mir eine Szene aus meiner Geschichte „Amoklauf der Schildkröte ein“:

Diesen Schrei wird Gerd sein Leben lang nicht vergessen. Entweder wurde Martina von brutalen Einbrechern gemeuchelt, eine Spinne ist ihr über den Weg gelaufen oder etwas noch schlimmeres ist geschehen, etwas was Gerds Vorstellungskraft übersteigt. Gerd beschließt, ein harmloses Spinnentier sitzt an der Zimmerdecke. Für Spinnen ist er nicht zuständig, da kann Martina die Fernsehzeitung, den Fleischklopfer oder ihr Badehandtuch nehmen. Der alte Handstaubsauger ist auch eine Option. Mit diesen Mordinstrumenten hat sie reichlich Erfahrung. Genaugenommen müssten Spinnen auf unserem Planeten längst ausgestorben sein, solch eine gründliche Arbeit leistet die Gattin. Er dreht sich um und beginnt, weiterzuschlafen.

Gerd schläft genau eineinhalb Sekunden. Dann steht Martina kreischend im Schlafzimmer, schaltet das Licht an und ruft mit letzter Kraft:

„Gerd!“

Völlig apathisch sinkt sie auf ihr Bett, schaut den unter der Bettdecke herausragenden Fuß vom Sohnemann an und flüstert schließlich:

„Ich kann nicht mehr.“

Dieser Text entstand im vergangenen Jahr anlässlich einer Lesung in der Waschbar in Rüsselsheim. Die Geschichte spielt auch in Rüsselsheim und in dieser Waschbar. Wer die gesamte Geschichte hören möchte, ist am 6. Oktober herzlich eingeladen. Ab 19 Uhr lese ich diese und andere Geschichten in der Waschbar in Rüsselsheim. Mit dieser Lesung beginnt auch eine Ausstellung meiner Bilder (Pastellkreide-Arbeiten).

Neben dem „Amoklauf der Schildkröte“ gibt es auch die Geschichte „Die Supernova“ zu hören, mit der ich beim „Erfurter Federlesen 2018“ zu den Gewinnern gehöre.


Zum Abschluss dieser Bilderausstellung findet am 24. November eine zweite Lesung statt – natürlich mit anderen Geschichten. Ihr seid alle herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Waschbar Rüsselsheim
Ludwigstraße 13 – 15
65428 Rüsselsheim