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Insel im Hvammsfjörður (Nebenfjord des Breiðarfjörður)

Insel im Hvammsfjörður (Nebenfjord des Breiðarfjörður)

In der Waschbar in Rüsselsheim, Ludwigstr. 13-15, hängen noch bis zum 11. März einige Schwarzweiß-Fotos meiner Winterreise nach Island. Am kommenden Mittwoch, den 13. Februar ab 19 Uhr findet aus diesem Anlass eine Lesung mit bisher unveröffentlichten Kurzgeschichten von mir statt. Natürlich werde ich auch etwas über meine Reisen nach Island erzählen und weitere Bilder zeigen. Gast dieser Veranstaltung ist Larissa Möckel, eine junge Autorin aus Rüsselsheim, die aus ihrem Buch „Vom Schmetterling zur Raupe“ liest.

Dreimal war ich auf Island. Zuerst im Sommer 2011 und 2012. Dann wollte ich dieses Land im Winter erleben. Mein Winterurlaub 2015 war etwas Besonderes.

Island, das sind die wunderbare Landschaft, eine faszinierende Natur, Nordlichter, riesige Wasserfälle, Gletscher und der Atlantik, eine bezaubernde Hauptstadt und freundliche Menschen. Nur wenige wagen die Reise in der dunklen Jahreszeit. Doch die Winterzeit ist einzigartig: Sturm und Flaute, Regen und Schnee, Kälte und milde Lüfte, Nordlichter, Dunkelheit und seltene Sonnenstrahlen. Wer sie einmal erlebte, vergisst sie nie.

Basaltklippen Reynisdrangar

Basaltklippen Reynisdrangar

Viele Orte, die ich im Sommer kennenlernte, sahen im Winter völlig anders aus. Beeindruckend waren beispielsweise Reykjavík, die Basaltklippen Reynisdrangar, der schwarze Lavastrand, der Breiðarfjörður (der breite Fjord) und die Nordlichter.

Reykholtskirkja

Reykholtskirkja

In Reykholt, nördlich von Reykjavik, hatte ich zwei bewegende Erlebnisse. Das Erste war der Besuch der Wirkungsstätte von Snorri Sturluson (1179 – 1241). Snorri war Politiker (Gode). Zweimal hatte er das Amt des Gesetzessprechers im Althing, dem Parlament in Þingvellir, inne. Wenn man bedenkt, dass die Besiedlung Islands erst 874 begann, war Snorri einer der Ersten, dafür einer der bedeutendsten Isländer. Er gilt als Verfasser der Snorra-Edda und damit wichtigster Literat dieser Zeit, Islands sowieso. Für mich als Autor war es ein faszinierender Moment, ihm hier so nah zu sein.

Das zweite Erlebnis in Reykolt waren die Nordlichter, welche ich hier erstmalig sah. Nordlichter kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben. Der Himmel wabert in verschiedenen Farben, unbeschreibliche Gefühle machen sich im Körper breit, der Blick klebt am Firmament.

Reykjavík mit seinen etwa 120.000 Einwohnern ist eine beeindruckende Stadt. Im Zentrum sind die Gehwege schneefrei. Sie werden mit Wasser aus Thermalquellen beheizt. Auf dem Weg zur Hallgrimskirja kommt man an vielen kleinen Geschäften und Gaststätten vorbei. Die Architektur der Kirche nimmt die Formen von Basaltsäulen auf. Im Innern ist sie hell und modern mit einer einmaligen Akustik.

Svínafellsjökull

Svínafellsjökull

Und dann die Gletscher: Eis, das über tausend Jahre brauchte, um bis an die Abbruchkante vorzudringen. Seine Farben sind vielfältig. Hellblau, wenn es sauber ist, schwarz, wenn ein Vulkanausbruch irgendwann seine Spuren auf dem Schnee des letzten Winters hinterließ. Vulkane brechen auf Island häufig aus. Der bekannteste der Neuzeit ist der Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010. Die staubigen Hinterlassenschaften des Grímsvötn, der im Mai 2011 spuckte, erlebte ich bei meinem ersten Islandaufenthalt im selben Jahr.

Island im Winter, das sind Schnee und nur wenige Stunden Tageslicht. Dementsprechend sieht man das Land weitgehend in Schwarz und Weiß. Das ist ein Grund dafür, dass ich die Bilder als Schwarzweiß-Fotos ausstelle.