Schlagwörter

, , , ,

Bei der Lesung

Bei der Lesung

Das Warten hatte ein Ende. Zuerst dauert es eine Ewigkeit, bis es so weit ist, die Zeit zieht sich wie 20 Jahre altes Schlüpfergummi, wie der Bau eines Flughafens, wie ausgelutschter Kaugummi. Klar, so ein Buchprojekt braucht seine Zeit. Das Schreiben der Texte ist das Eine, aber dann kommen noch Lektorat, Buchsatz, das Coverdesign, Druck und Binden, tausend Kleinigkeiten und die Planung vom Release. Und dann … plötzlich, völlig überraschend, mit einem Mal stand sie vor der Tür, die Premierenlesung für mein Buch

Die sieben Zwerge 2.0
Kurzgeschichten mit Trouble … in jeder Beziehung

Der Proof Verlag Erfurt hat eine tolle Arbeit geleistet. Endlich konnte ich das Buch in den Händen halten. Es fühlt sich gut an, die Haptik, das Äußere, die Innereien und die Seele strahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Das Café „Oma Lilo“ ist Kult in Erfurt. Das Ambiente, das Flair, seine Ausstrahlung sind einzigartig. Schön, dass wir hier sein durften, dass ich mein Buch in diesem typischen Erfurter Café vorstellen konnte.

Die letzten Minuten sind die schlimmsten. Endlich. Alisa begann dem Titel „Oft gefragt“ von AnnenMayKantereit den musikalischen Rahmen zu spannen. Ja, ich habe mich oft gefragt, „Wird der Laden voll? Wer kommt? Wird alles so funktionieren, wie wir es uns vorgestellt haben? Werden Buch und Lesung den Gästen gefallen?“ Fragen über Fragen, die mit einem Schlag in den Hintergrund rückten. Höchste Konzentration. In meinem Buch gibt es 14 Kurzgeschichten. Aus sieben davon habe ich Szenen vorgelesen. Zwischendurch haben Ramona vom Proof Verlag Erfurt und ich ein wenig über die Entstehung und die Hintergründe des Projekts und der einzelnen Geschichten geplaudert. Schon in der ersten Geschichte fand das Publikum Anknüpfungspunkte. Bei der Frankfurter Grüne Soße, deren fiktive Historie in „Fräulein Pimpernell“ erzählt wird, outeten sich Fans dieses Gerichts. Bei einigen Geschichten wurde nicht nur geschmunzelt. Es gab Mitleid mit dem Protagonisten der Geschichte „Gelbe Kuh auf lila Laster“ – Diese Rouladennadelblicke, furchtbar. Aber dass es eine Sie war, die ihn verfolgte, kein Er, kein Es, das führte zu einem deutlichen Raunen im Raum, bei den Frauen vor allem. Da kann man nichts machen. Der Prota konnte sich nicht aussuchen, von wem er verfolgt wird.

Dünne, hellhörige Wände zwischen Hotelzimmern, ein Liebesmassaker, die hochkomplexe Renovierung der Wohnung, eine Schildkröte, die Amok lief, sieben Zwerge, die sich oft stritten, vor allem, nachdem Schneewittchen fort war, zehn Cent, die die Welt einer Kassiererin verändern, das alles birgt Trouble in jeder Beziehung. Das ist auch der Grund für den Untertitel des Buchs. Nach jeder Szene konnte ich sagen, „Es kommt anders, als man denkt“.

Beifall ist etwas Schönes, nicht nur, weil man es geschafft hat. Vor allen, weil man merkt, es hat gefallen. Dafür schreibt ein Autor seine Bücher.

Hinterher, beim Signieren konnte ich viele interessante Gespräche führen. Es ist spannend zu hören, was die Gäste beim Zuhören empfunden haben, welche Assoziationen sich zum realen Leben ergeben.

Wer nicht mit dabei war, hat etwas verpasst, vielleicht, die Geschmäcker sind bekanntlich völlig unterschiedlich. Doch es ist nicht zu spät. Neue Lesungen werden kommen. Und in Kürze, bei Radio F.R.E.I in der „Bücherbar“ von Richard Schäfer, wird das Buch auch eine Rolle spielen.

Herzlichen Dank an alle, die einen Beitrag zu diesem Buch geleistet haben, egal ob klein oder groß: Der Proof Verlag Erfurt, die Grafikerin Lisa Rodin, das Café „Oma Lilo“ und, und, und.

Das Buch kann im Shop vom Proof Verlag Erfurt, bei mir selbst (gerne mit Widmung), in jeder Buchhandlung und in Kürze über Amazon & Co. bestellt werden. Die ISBN lautet: 978-3-949178-13-9.