Fiktives Interview mit dem Autor Rainer Franke

Rainer Franke

Rainer Franke

Thüringen, September 2021

Guten Tag Rainer,

vielen Dank, dass wir uns zu einem fiktiven Interview treffen. Du schreibst seit vielen Jahren Kurzgeschichten, veröffentlichst viele davon hier auf deinem Blog. Da haben die Leser natürlich viele Fragen und interessieren sich für dich als Autor, Blogger und Mensch. Legen wir los!

Frage: Wo kommst du her?

RF:     Geboren wurde ich in Brandenburg, im Barnim, also nördlich von Berlin. Durch das Studium bin ich nach Thüringen gekommen. Ich habe in Ilmenau Elektrotechnik studiert, promoviert. Seit 1986 wohne ich in Erfurt, habe eine Familie gegründet. Allerdings arbeitete ich über zweieinhalb Jahrzehnte in Frankfurt am Main, war also sehr viel auf den Autobahnen unterwegs.

Frage: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

RF:     Das hat sich einfach so ergeben. Zum einen über ein anders Hobby, die Fotografie. Ich wollte meine Fotos der weiten Welt zeigen und habe irgendwann meinem Blog (https://twilightfoto.wordpress.com/) eröffnet. Zu jedem Bild, schrieb ich einen kleinen Text. Ich kann es nicht leiden, wenn in einer Galerie oder im Museum unter einem Werk ein kleines Schild mit „o.T.“ – „ohne Titel“ – klebt. Bei mir gibt es so etwas nicht. Mit der Zeit wurden aus den kleinen Texten größere. Irgendwann gab es Texte, bei denen das Foto nur Beiwerk war. Seitdem fahre ich in meinem Blog quasi zweigleisig. Ich präsentiere sowohl meine Fotos als auch neue Texte.

Ein anderer Grund für den Beginn des intensiven Schreibens war die Langeweile. Da ich in Frankfurt arbeitete, während meine Familie in Erfurt lebte, hatte ich in der Woche jeden Abend viel Zeit. Was macht Mann da? Er könnte in eine Kneipe gehen. Das ist ungesund und teuer, für mich nicht weniger langweilig wie Nichtstun. Der Mann könnte sich eine Freundin suchen. Entfällt. Ich war und bin immer noch glücklich verheiratet. Da kam mir das Schreiben gerade recht. Und darüber habe ich in Frankfurt auch etliche Freunde mit ähnlichen Interessen gefunden.

Frage: Was sind deine Themen und wo findest du sie?

RF:     Themen finde ich im Alltag, auf der Straße, im Supermarkt, in der Straßenbahn, in den Medien … überall. Viele Geschichten spielen nahe der Verbindungslinie zwischen Erfurt in Thüringen und Frankfurt am Main, der hessischen Metropole, häufig an ihren Endpunkten, aber auch weit darüber hinaus.

Als Ingenieur und Autor sehe ich die Welt durch zwei unterschiedliche Brillen: Rational, pragmatisch und technikorientiert auf der einen Seite sowie verspielt, abenteuerlustig, nachdenklich, zweifelnd und fantasievoll andererseits. Dieser scheinbare Zwiespalt und das Zusammenkommen von Gegensätzen spiegeln sich in den Erzählungen vielfach wider. Sie sind gespickt mit Ironie, gelegentlichem Sarkasmus und vielen Fragen.

Frage: Schreibst du nur Kurzgeschichten?

RF:     Ja, bisher habe ich ausschließlich Kurzgeschichten geschrieben. Bisher. Allerdings sind sie sehr unterschiedlich kurz, von gut einer Seite bis zu über 40 Seiten.

Frage: Krimi oder Liebe?

RF:     Am liebsten beides gleichzeitig in einer Geschichte. Aber auch einzeln, d.h. reiner Kurzkrimi oder eine Liebesgeschichte. Letztere gerne aus der männlichen Sicht.

Frage: Gestern, heute oder morgen?

RF:     Sowohl, als auch. Die meisten Geschichten spielen in der Gegenwart. Es gibt auch Geschichten, die im Mittelalter spielen und mehrere, die zeitlich weit davor angesiedelt sind. Ein paar Geschichten spielen in der Zukunft, die meisten in etwa 100 Jahren, weil ich es spannend finde, darüber nachzudenken, wie das Leben in dieser Zeit aussehen könnte. 100 Jahre sind irgendwie überschaubar, glaube ich wenigstens. Alles andere ist pure Spekulation. Allerdings macht auch diese Spekulation Spaß. Und deshalb gibt es auch Texte, die viel weiterer Zukunft spielen.

Frage: Schreibst du auch Kindergeschichten?

RF:     Ja, zunehmend gerne. Es gibt da so ein kleines Wesen, das mich „Opa!“ ruft. Es inspiriert mich sehr.

Frage: Kann man deine Geschichten irgendwo lesen?

RF:     Ja, hier in meinem Blog https://twilightfoto.wordpress.com veröffentliche ich regelmäßig neue Kurzgeschichten. Die werden auch auf meine Facebook-Seite https://www.facebook.com/AutorRainerFranke geteilt.

Frage: Hast du Bücher veröffentlicht?

RF:     Ich habe eine Reihe unter dem Titel „Mittendrin und Drumherum“ herausgebracht. Jedes dieser Paperbacks ist dabei ein Querschnitt durch mein Schaffen.

Frage: Was sind deine nächsten Pläne?

RF:     Ich hoffe, dass im Sommer ein Buch mit neuen Kurzgeschichten im Proof-Verlag Erfurt erscheint. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich freue mich schon sehr darauf.

Außerdem schreibe ich gerade sehr viele neue Geschichten, Geschichten unterschiedlicher Art, auch Geschichten für Kinder. Teilweise kann man sie wenigstens in Ausschnitten auf meinem Blog oder auf meiner Facebook-Seite lesen. Es lohnt sich, immer mal reinzuschauen.

Frage: Kann man dich auch auf Lesungen live erleben?

RF:     Während der Corona-Pandemie gibt es leider keine life-Lesungen. Ich hoffe wie wir alle, dass die Pandemie vorübergeht und wir uns wieder persönlich treffen können. Lesungen vor und mit Publikum sind für mich das Größte, das Salz in der Suppe des Schreibens. Das macht Spaß, riesigen Spaß, das ist der Kick, den ein Autor braucht. Die Termine für meine Lesungen stehen immer rechtzeitig auf meinem Blog.

Frage: Hast du Lampenfieber?

RF:     Kaum. Es ist eher eine Angespanntheit vor der Lesung. Wenn es losgeht, bin ich konzentriert und versuche, meinen Auftritt so gut wie möglich abzuliefern, damit die Gäste hinterher sagen: „Wow!“.

Frage: Ist das Dasein als Schreiberling nicht langweilig?

RF:     Nein, überhaupt nicht. Klar, das Schreiben selbst ist Arbeit, so wie Angeln, Malen oder Gärtnern. Hinterher ist es dann umso schöner. Der Angler futtert seinen Fang, der Maler stellt seine Bilder aus und der Gärtner erntet seine Früchte, nicht um sie ganz alleine aufzuessen. Für Autoren es viele Möglichkeiten, die Arbeiten zu präsentieren, in der Familie, im Freundeskreis, in Internetgruppen, in regionalen Autorengruppen, bei Workshops und, wenn nicht gerade eine Pandemie herrscht, auch bei Lesungen.

Frage: Wie bist du durch die Corona-Zeit gekommen?

RF:     Gut und – toi toi toi – bisher ohne Infektion. Natürlich vermisse ich die persönlichen Kontakte mit AutorenkollegInnen sehr. Auch die Lesungen, der Kontakt mit den Lesern, fehlen ungemein. Ab und zu gibt es Lesungen im Internet, Stichwort Zoom. Auch die Treffen mit AutorenkollegInnen finden online statt. Früher hätte ich mir nie vorstellen können, dass so etwas funktioniert. Heute sind diese Online-Kontakte unverzichtbar. Und ich freue mir ein Loch in den Bauch, wenn ich meine FreundInnen wenigstens auf dem Bildschirm sehe.

Frage: Hast du ein Lieblingsbuch?

RF:     Nur eines? Viele!

Zwei meiner ersten Bücher bekam ich von meinen Großeltern geschenkt. Da ging ich noch nicht zur Schule. Es waren die Bücher „Nimmerklug im Knirpsenland“ und „Nimmerklug in Sonnenstadt“ vom sowjetischen Autor Nikolai Nossow. Ich liebe sie heute noch und freue mich darauf, meiner Enkeltochter daraus vorzulesen.

Ich mag Ringelnatz, Morgenstern, E.T.A. Hoffmann, Storm, Kellermann und Heine, um nur einige zu nennen. Auch die Gedichte von Eva Strittmatter gefallen mir.

Darüber hinaus bin ich ein großer Fan von Shakespeare.

Ich besitze eine kleine Sammlung von Büchern mit Illustrationen von Max Schwimmer. Da wären beispielsweise Goethes  „Venezianische Epigramme“, Heines „Deutschland ein Wintermärchen“, der Gedichtband „An dem kleinen Himmel meiner Liebe“ oder Beaumarchais’ „Figaros Hochzeit“. Am meisten mag ich das Buch „Der Stapellauf“ von Giovanni Sercambi, einem Dichter aus der Zeit von Giovanni Boccaccio.

Frage: Welche Bücher liest du gerade?

RF:     Ich lese zur Zeit zwei Bücher vom Proof Verlag Erfurt. Von Vanessa Krypczyk die Kurzgeschichten „Du darfst nicht lesen“. Ich tue es trotzdem. Und gleichzeitig das Buch „Reformwillig, aber nicht ‚blauaugig'“ von Irmtraud Stollenwerk (Hrsg. Jürgen Stollenwerk), ein Buch, welches das dynamische Geschehen in der Wendezeit beschreibt.
Ich lese oft zwei Bücher parallel.

Frage: Gibt es darüber hinaus Bücher, die du empfehlen kannst?

RF:     Vor einiger Zeit las ich das Buch „Maschinen wie ich“ von Ian McEwan. Meine Seele als Ingenieur empfiehlt das Buch „Kurze Antworten auf große Fragen“ von Stephen Hawking. Letzteres hörte ich als Hörbuch. Auch „Blackbird“ von Matthias Brandt hat mir gefallen. Und und und … und viele andere.

Frage: Gibt es für dich außer dem Schreiben von Geschichten noch mehr im Leben?

RF:     Ja, natürlich. Ich habe eine Familie. Da investiere ich viel Zeit hinein. Und Malen sowie Fotografieren bieten mir Entspannung und Abwechslung.

Frage: Vielen Dank für das Gespräch.

RF:     Gerne.


Das Interview führte ich mit mir selbst. Wenn sich ein Besucher dieser Seite für weitere Dinge von mir interessiert, so kann er die Frage gerne in einen Kommentar schreiben.

3 Gedanken zu “Fiktives Interview mit dem Autor Rainer Franke”

  1. Mit großen Augen und viel Spannung habe ich in dein Interview hinein geklickt. Einer meiner besten Freunde hat auch in Ilmenau studiert – aber sicherlich einige Jahre vor dir, denn er ist Jg. 41 – da warst du ja noch Quark im Schaufenster 😉 🙂
    Schreiben liegt dir!!!!!!!!
    Lieben Gruß von Clara

  2. Ich freue mich, dass es dir gefällt. Ich bin mal ein wenig aus der Annonymität des Internets herausgetreten.
    Viele Grüße zurück zu dir!

  3. Ein sehr interessantes Interview mit dir!
    Liebe Grüße von Hanne und danke fürs teilen 🌼

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