Schloss Reinhardsbrunn #2

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Schloss Reinhardsbrunn

Schloss Reinhardsbrunn

„Rapunzelturm“

Schloss Reinhardsbrunn liegt nahe der Stadt Friedrichroda in Thüringen. Das Schloss umschließt ein schöner Landschaftspark mit kleinem Teich. Die Fischzucht „nebenan“ bietet herrlichen Frisch- und Räucherfisch an.

In meinem Beitrag vom 18. November 2017 habe ich über die Geschichte von Schloss Reinhardsbrunn, die derzeitigen Probleme mit den Besitzverhältnissen, dem Verfall und dem Enteignungsverfahren des Landes Thüringen geschrieben.

Vor etlichen Jahren konnte ich in der Anlage von Schloss Reinhardsbrunn an einem nächtlichen Fotoshooting teilnehmen. Petrus meinte es gut und schickte am Nachmittag des Novembertags eine ordentliche Portion Schnee vom Himmel. Mit Taschenlampen, Farbfiltern und Nebelkerzen schufen wir eine ganz besondere Schlossatmosphäre.

Schloss Reinhardsbrunn

Schlagwörter

, , , , , , , ,

Blaue Stunde

Blaue Stunde

Schloss Reinhardsbrunn liegt nahe der Stadt Friedrichroda in Thüringen. In Reinhardsbrunn befand sich das 1085 gegründete Kloster der Landgrafen von Thüringen. Im Bauernkrieg wurde es zerstört. Auf seiner Ruine entstand 1827 das Schloss Reinhardsbrunn. Das Schloss umschließt ein schöner Landschaftspark mit kleinem Teich. Die Fischzucht „nebenan“ bietet herrlichen Frisch- und Räucherfisch an.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus Sachsen-Coburg und Gotha durch die sowjetische Besatzungsmacht enteignet. Später wurde die Immobilie vom Land Thüringen übernommen und als Schule für Feuerwehr und Polizei genutzt. 1953 richtete das Reisebüro der DDR im Schloss ein Hotel ein. Es diente als Devisenquelle, vor allem Gäste aus Westdeutschland übernachteten hier. Bis zur Wende gab es deshalb einen Intershop im Schloss.

1980 wurde Schloss Reinhardsbrunn als „Denkmal von nationaler Bedeutung“ in die Denkmalliste eingetragen. Das Land Thüringen nahm es 1992 in sein Denkmalbuch auf. Zu Beginn der 90er Jahre wurde es von der Treuhand an zwei Hotelgruppen verkauft. Die wollten aus dem Schoss ein Fünfsterne-Hotel machen, scheiterten jedoch. Seitdem steht das Schloss leer, es verfällt und der Park verwildert.

Im Jahr 2004 wurde das Schloss an eine in Thüringen ansässige Firma weiterverkauft. Diese Firma ist heute im Besitz einer weißrussischen Familie. Sie bot dem Land Thüringen das Schloss für einen Euro zum Kauf an. Auf der Immobilie lasten jedoch millionenschwere Schulden und Hypotheken. Der Freistaat Thüringen strengt deshalb ein Enteignungsverfahren an, dessen Ausgang ungewiss ist. Ein Rechtsstreit würde viele Jahre dauern und weiteren Verfall der gesamten Anlage bedeuten.

Vor etlichen Jahren konnte ich in der Anlage von Schloss Reinhardsbrunn an einem nächtlichen Fotoshooting teilnehmen. Petrus meinte es gut und schickte am Nachmittag des Novembertags eine ordentliche Portion Schnee vom Himmel. Mit Taschenlampen, Farbfiltern und Nebelkerzen schufen wir eine ganz besondere Schlossatmosphäre.

Die Magie des Rebensaftes

Schlagwörter

, , , , , ,

Kaufmann Tell

 

 

Eine Reise in die Unterwelt

oder … In jeder Mauerritze lauert ein Gespenst

Kürzlich durfte ich zusammen mit zwei Autorenkolleginnen unserer Autorengruppe ARS Autoren RheinMain Szene e.V. in Mainz im Vinarmarium lesen. Das Weingut Kaufmann aus Hattenheim im Rheingau veranstaltete eine Weinverkostung und wir Autoren hatten jeweils zu einem der angebotenen Weine eine Geschichte geschrieben. Zusammen mit mir standen Agga Kastell und Meike Möhle auf der Bühne.

„Mein“ Wein war der „Tell“, ein Cuvee verschiedener Rieslinge. Der Name „Tell“ sowie sein Etikett zeigen die Herkunft des Winzers Urban Kaufmann aus der Schweiz. Es ist ein köstlicher Tropfen. In meiner Geschichte beschreibe ich die (fiktive) Geschichte des Weinguts, seines Winzers und seiner Lebensgefähtin Eva Raps. Hier ein kurzer Ausschnitt:

Es war im Jahr 1307, in jenem Jahr, als Wilhelm Tell seinen berühmten Apfelschuss wagte. Im tiefen Schweizer Land, in Appenzell lebte dazumal ein Bauer, welcher nebenbei aus der Milch seiner Kühe Käse bereitete. Er hatte das Handwerk von seinem Vater erlernt. Der wiederum bekam das Wissen von seinem Vater. Wilhelms Zwillingsbruder, welcher nur Augenblicke vor ihm das Licht der Welt erblickte, erbte den Bauernhof samt Käserei. Also musste Wilhelm nach der Lehre in die weite Welt ziehen. Fünf Jahre lang war er unterwegs. Hier und dort machte er Station, verdingte sich für Wochen bei dem einen oder anderen Bauern, half bei der Getreideernte, der Versorgung des Viehs und versuchte sich das eine und andere Mal in der Kunst des Käsemachens. Ja, es war eine Kunst, denn Wilhelm zelebrierte sie wie ein Magier. Niemand durfte ihm zuschauen. Oft wurde er verspottet, allerdings nur solange, bis die Ergebnisse seiner Arbeit auf dem Tisch lagen und verkostet wurden. Gerne hätte ihn manch ein Bauer als Knecht behalten. Einer bot ihm gar die einzige Tochter als Frau an. Doch nirgends gefiel es Wilhelm, immer zog weiter.

Im fünften Jahr kam er im Rheingau an. Es ging auf den Herbst zu und die Winzer suchten Helfer für die Weinlese. Die süßen Beeren hatten es Wilhelm angetan, ein Dach überm Kopf und ein wärmender Strohsack nebst Schaffellen auf der Bettstatt kamen ihm gerade zupass.

Die Arbeit ging ihm schnell von der Hand und schon kurze Zeit später stieg ihm das eine um das andere Mal der junge Wein prickelnd in den Kopf. Eines Sonntagabends, er war wieder hübsch angeheitert, machte er sich an die Tochter des Winzers heran. Bernhardine war ein hübsches Mädel. Er tat schweizerisch stürmisch und sie konnte ihm nicht widerstehen. Hatte sie auch von dem berauschenden Saft getrunken? Jedenfalls wurden die Beiden in den Morgenstunden von der Magd Pauline mit dem Reisigbesen aus dem Heuschober hinter der Scheune getrieben.

Pauline war sauer auf Wilhelm, da sie selbst mehr als ein Auge auf ihn geworfen hatte und Bernhardine sowieso nicht die standesgemäße Wahl für Wilhelm war. Die war längst dem Sohn eines Winzers aus dem Nachbarort versprochen, einem gewissen Ferdinand, den niemand, am wenigsten Bernhardine, leiden mochte. Doch es passte so gut, Bernhardine mit Ferdinand zu verkuppeln, da die Weinberge beider Winzer so günstig beieinander lagen. Nur ein Bächlein, gespeist aus dem Wisselbrunnen, trennte sie voneinander.

Eine Woche später besuchte Wilhelm reumütig diese Pauline. Es war ihr Ultimatum, das ihn zu ihr trieb. Sonst hätte sie der Winzerin … Und dies wäre für Wilhelm und Bernhardine eine Katastrophe gewesen. Wer weiß, ob Ferdinand dann noch an Bernhardine interessiert gewesen wäre. Andererseits war auch Pauline ein ansehnliches Weib, eines, das die Kunst der Verführung bestens beherrschte, eines das seine Bockspfeife zu den höchsten, sinnlichsten und wunderschönsten Tönen trieb und ihn zum Anschlagen ihrer üppigen Wonneglocken verleiten konnte.

Schlosskirche zu Molsdorf

Schlagwörter

, , , , , , ,

Schlosskirche zu Molsdorf

Schlosskirche zu Molsdorf

Molsdorf (Thür.), zur  Landeshauptstadt Erfurt gehörend, liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Erfurt, am Autobahnkreuz Erfurt (A4 / A71). Hier leben ca. 600 Einwohner. Die westliche Dorfseite erstreckt sich über eine Anhöhe, auf welcher die Schlosskirche thront. Das markanteste Bauwerk von Molsdorf ist das Schloss mit seinem weitläufigen Park, welches unmittelbar unterhalb dieser Kirche liegt.

Die Schlosskirche in Molsdorf wurde 1717 – 1720 erbaut und wird zur Zeit restauriert.

Das Foto zeigt einen Blick aus dem Schlosspark hoch zur Schlosskirche.