Der Knoblauchexpress

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Früher gab es mitten im Zentrum jeder Stadt, die etwas auf sich hielt, ein Kaufhaus. Heute nennt man solch einen Einkaufstempel, „Center“, „Galerie“, „Einkaufspark“, „My Shopping“ oder sonst wie. In größeren Städten gibt es gleich  mehrere davon, in den kleineren sucht man vergebens. Es sind Riesenläden und doch gleichen sie sich alle irgendwie. In Parterre riecht es mächtig nach dreiundsiebzig verschiedenen Sorten Parfüm gleichzeitig. Ein Stinkerstand neben dem anderen, zwischendurch gibt es Schmuck billigster Couleur zu Preisen, als wäre er aus Gold. Man sieht fast nur gelangweilte Verkäufer. Wo sind die Kunden? Die hasten unwirsch vorbei. Irgendwo dahinten ist die Rolltreppe. Auf jeder Etage rennt man einmal um die Fahrtreppe rund herum, um die nächste Spur nach oben zu finden. Dummerweise sind die Klos meistens oben im siebenten oder neunten Stockwerk.

RolltreppenWer ist schon so verrückt, diese umständliche Reise auf sich zu nehmen, nur weil die Blase drückt? Wohin kann man sonst gehen, um seine dringenden Bedürfnisse zu befriedigen?

Eine Möglichkeit wäre die Toilette unten in der U-Bahnstation, wenn die geöffnet ist und auch nicht geflutet wurde, weil die Abflussrohre mal wieder verstopft sind und der Drücker am Zylinder festklemmt, statt den Fluss zu unterbrechen. Apropos „Brechen“: Der Duft der Bahnklos ist meist schlimmer als die radioaktive Wolke dazumal aus Tschernobyl. weiterlesen …