Oskar ist abgängig #3

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So endet Teil 2 der Geschichte (erschienen am 24. Juli):

„Schade. Na, dann muss ich weiter rumfragen. Wenn ich niemanden finde, dem der Roboter gehört, behalte ich ihn für den Kirchgarten. Hab schon bei eBay geschaut, was eine Ladestation und hundert Meter Weidezaun kosten.“ Sie erhebt sich, wünscht mir einen schönen Abend, nicht ohne mich zum nächsten Gottesdienst einzuladen.

„Mist! Und nun?“

Weiter geht es mit dem letzten Teil:


Am nächsten Morgen finde ich Oskar vor unserer Haustür. Eine Rolle Begrenzungsdraht liegt neben ihm. Und ein Zettel: „Gott beschütze Oskar“. Zwei Stunden benötige ich, um den ganzen Sand vom Kinderspielplatz aus seinem Getriebe herauszupopeln.

Am Dienstag versieht Oskar seinen Dienst wieder ordnungsgemäß. Nicht einmal ein schlechtes Gewissen hat er. Und die Pastorin sitzt mit mir auf der Terrasse. Wir beobachten sein Wirken, ein Wunder der Technik. Oh Mann, hat die einen Appetit! Drei Stück Erdbeertorte, mit Sahne, hat die verputzt, Elviras gute Erdbeertorte. Die sollte nicht so viel Joggen gehen. Die verbrennt unnötig Energie und heizt die Umwelt auf.


Teil 1 erschienen am 17. Juli: Link

Teil 2 erschienen am 31. Juli: Link

Oskar ist abgängig #2

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So endet Teil 1 der Geschichte (erschienen am 17. Juli):

Manchmal entwickeln sich die Dinge langsam. Es dauert eine Weile, bis man mitbekommt, dass etwas nicht stimmt. Genau so war es mit Oskar. Eines Tages meinte Elvira, der Rasen müsse mal wieder geschnitten werden. So wie früher, als Oskar noch nicht zu unserer Familie gehörte und ich den elektrischen Rasenmäher schieben musste, darauf achtend, nicht das Stromkabel zu erwischen. Eine vierte Flickstelle wollte ich unbedingt vermeiden, schließlich war meine Rolle mit Isolierband aufgebraucht. „Heute ist Sonntag, am Dienstag macht sich Oskar wieder an die Arbeit“, denke ich in mich hinein. Trotzdem, etwas scheint anders zu sein, anders als am letzten Sonntag. Da sah der Rasen tatsächlich besser aus. Vor allem war da nicht so eine komische Spur kreuz und quer über unsere Wiese gemäht. „Irgendetwas stimmt hier nicht“, denke ich. Gleich nach dem Mittagsschlaf und dem Nachmittagskaffee schaue ich mal rüber zu Oskar. So ein Bursche ist manchmal eine Mimose und braucht ein wenig Zuspruch. Die Technik von heute ist smart, aber sensibel. Man sollte regelmäßig einen Psychologen die ganze Technik im Haus begutachten lassen, vielleicht hat der Fernseher Burnout, die Brotschneidemaschine Hexenschuss oder der Mähroboter eine Depression. Ich trabe in den Garten, nichtsahnend, einfach um mal nach Oskar zu schauen.

Weiter geht es mit Teil 2:


Oskar ist weg. Die Ladestation ist leer. Und genau hier beginnt diese ominöse Spur über den Rasen, eine Spur, die eher an ein Strickmuster erinnert als an eine geordnete Rasenrasur. Ich folge ihr wie ein Indianer auf dem Kriegspfad. Neben dem Rosenbeet hat ein Kampf stattgefunden. Das kommt in letzter Zeit öfter vor, immer dann, wenn sich Oskar und Florian begegnen. Florian ist die Katze des Nachbarn von gegenüber. Der kam als Kater in deren Haus. Später stellte sich heraus, dass an ihm etwas Wichtiges fehlt, er war eine Sie, eine Katze. Da hatte er beziehungsweise sie den Namen Florian schon verpasst bekommen, sich sogar daran gewöhnt und zwei- oder dreimal darauf gehört. Florian springt immer auf Oskars Rücken und lässt sich spazieren fahren. Das ist kein Problem. Ich gönne es Florian von Herzen und Oskar scheint seinen Spaß daran zu haben, einen blinden Passagier zu befördern. Wenn Florian wenigstens seinen Schwanz stillhalten würden. Der wedelt ständig vor Oskars Sensoren herum, so dass der herumeiert wie ein betrunkenes Huhn. Solange, bis Florian die Lust an solch einer Karussellfahrt verliert, abspringt und einen satten Schiss ins Gras legt, einen den Oskar gleichmäßig über die Rasenfläche verteilt. Den Graspflanzen bekommt die zusätzliche Düngergabe gut. Nur optisch hat Elvira etwas zu beanstanden. Wenn ich über den Rasen latsche, anschließend auf dem Parkett im Flur ausrutsche, gibt es ein gewaltiges Trara seitens Elvira. „Must die Scheiße ja nicht unbedingt ins Haus tragen!“ Seitdem überlege ich, was man gegen Katzen unternehmen kann. Bestimmt hilft hier nur ein Katzen-Scheuch-Roboter. Oder ein Hund. Aber der scheißt auch. Weiterlesen

Dreckschleuder bei der Rapsernte

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Mähdrescher bei der Arbeit

Mähdrescher bei der Arbeit

Es ist mal wieder so weit. Der Raps wird geerntet. Das ist immer eine ziemliche Sauerei. Man muss aufpassen, nicht in die Dreckfahne zu geraten. Wenn der Mähdrescher seine Fracht entlädt, staunt man, wie viele Körner auf dem Acker gewachsen sind. Die Technik ist faszinierend.

Endlich haben die Greifvögel wieder freie Sicht und können fette Mäuse erbeuten.

Oskar ist abgängig #1

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Die Zeiten ändern sich. Heute ist alles smart, green, e oder i. Unser neues Kind hat von allem etwas. Vom i den Preis und vom e die Elektronik. Äußerlich trägt es ein sattes Grün, mit leichtem Hang zu Oliv und Streifen in Ocker an den Seiten. Sein Wesen ist smart, wenn es schläft sowieso, also fast immer. Tut es, wofür es erdacht wurde, erst recht. Wir lieben es, seine Erziehung, die Leichtigkeit seiner Pflege und seine Sparsamkeit. Einmal wöchentlich wird seine Unterseite abgebürstet, aber erst, wenn alles angetrocknet ist. Sonst gibt es eine Sauerei. Weiterlesen