Der Auftragskiller

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Milchstraße, dann rechts: Burg Fürsteneck

Milchstraße, dann rechts: Burg Fürsteneck

Es dauerte rund eine Stunde, die Autofahrt von Daheim nach Fürsteneck. Anstrengend war sie nicht, eher langweilig, kein Stau, kein Unfall, zum Glück, zwei Tagesbaustellen und Regen, viel Regen. Ich liebe es, wenn Tropfen aufs Fensterbrett trommelt. Beim Autofahren eher nicht. Da bräuchte ich einen Regenschirm, einen großen, der mich vor den Fontänen der Laster schützt. Aber bei 150 flöge der fort, irgendwohin ins Nichts. Weg ist er, mein schöner blauer Schirm, das Geburtstagsgeschenk meines Chefs. Jeder bekam zum Geburtstag einen Regenschirm, das Geburtstagspräsent des Jahres, nicht unpraktisch. Blau ist die Farbe der Firma, HKS irgendwas. Blau eben, wegen des Wiedererkennungswertes. Dieses Blau ist das Magenta der Firma. Es soll einen Impuls geben: Achtung, das ist dieser Laden! Da sind alle blau. Sind sie natürlich nicht. Aber so stellt es sich der Chefmarketer wahrscheinlich vor. Alle Welt sieht Blau, diese Firma, die ist einmalig. Natürlich ist dieses Blau patentiert, weltweit und darüber hinaus. weiterlesen …

Schätzungsweise ungefähr

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(c) pixabay.com

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Es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

„Alle Welt“, was bedeutet das? Der Kaiser meinte Menschen. Zur Welt gehörte mehr, viel mehr. Häuser, Felder, Tiere, Steine, Wasser und Feuer, der Himmel … Wie lässt sich das schätzen. Und die Welt war riesengroß, schon damals vor über 2000 Jahren, weitaus größer, als alle Vorstellungen reichten.

Was heißt schätzen? Messen, zählen … Wie genau kann eine Messung sein? Dazumal war erst einmal durchzählen angesagt. Eins, zwei, drei … tausend, zehntausend unendlich. Wo war die Grenze zwischen „abzählbar“ und „unendlich“? Viel weiter vorn als wir sie in unsrer Zeit sehen. Heute gibt es für alles eine wissenschaftliche Begründung. Selbst für den Punkt, an welchem die Unendlichkeit beginnt und den, an dem sie endet. weiterlesen …

Dinner for All

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Burg Fürsteneck

Burg Fürsteneck

Werkstattausstellung - Meine Bilder

Werkstattausstellung – Meine Bilder

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr verbrachte ich wieder auf Burg Fürsteneck in der hessischen Rhön beim „Dinner for All“. Etwa 80 kreative Leute treffen sich dort Jahr für Jahr zum Singen, Trommeln, Musizieren, Impro-Theater spielen und Malen. Ich habe mich natürlich in der Malwerkstatt herumgetrieben und Pinsel und Pastellkreiden geschwungen.

Früh am Morgen

Früh am Morgen

Sechs Tage Malen ohne dauernd aufräumen zu müssen, verwöhnt werden von der fantastischen Burgküche, viele Gespräche mit Malkollegen und den anderen Leuten auf der Burg, eine Silvesterfeier ganz besonderer Art, mit Werkstattausstellung, Theater, Gesang, Trommeln und Orchestermusik, ohne Knallerei … es war wieder eine wundervolle Zeit. Die Vorfreude auf das nächste Dinner ist riesig.

 

Nach der Bescherung

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Weihnachten - (c) pixabay.com

Weihnachten – (c) pixabay.com

Es ist Hassliebe. Heute überwiegt der Hass.

Seit mehr als vier Stunden steht Felix hinter der Garderobe im Foyer des Theaters. Drinnen lief ein Sinfoniekonzert zur Weihnacht. Schon vor über einer Stunde verebbte der üppige Applaus. Die Gäste sind längst zu Hause angekommen, manche haben die Festgarderobe gegen T-Shirt und Schlabberhose getauscht. Alle feiern Weihnachten. Die Abrechnung ist gemacht, das Trinkgeld aufgeteilt. Die Kolleginnen sind nach Hause gegangen. Sie hatten es eilig. Am Heiligabend, da wartet die Familie, es gibt Geschenke, Leckereien und Likör. Nur Felix muss warten. Zwei Mäntel hängen in seinem Abschnitt, ein Männermantel, einer von einer Frau. Beide wahrscheinlich Mittelalter, den Gewändern nach zu urteilen. „Verarmter Adel“, denkt Felix. Die Klamotten müssten mal in die Reinigung, sie riechen nach Zigarettenrauch, die Kragen sind etwas speckig. Wo bleiben die beiden nur. „Die sind doch nicht nackig heimgegangen!“ Es stürmt, es nieselt, morgenfrüh wird es sicher glatt. weiterlesen …